Meermond
Leben in Dänemark

Mein sechzehntes Montagsherz

hängt im Herzen unseres Hauses, nämlich in der Küche.

Es ist bei genauerem Nachdenken tatsächlich erstaunlich, wieviel Zeit Rotftrau in diesem Zimmer verbringt. Und kaum ist es wieder aufgeräumt, schon steht das nächste männliche Exemplar im Raum und fragt mit Hundeaugen, was und wann das nächste Leckerli sein wird. Der wundervolle große schwarze Mann traut sich schon gar nicht mehr laut zu äußern, dass er Hunger hat…

Ich koche gerne und offenbar auch gar nicht mal so schlecht. Die vier Burschen futtern willig und viel von dem, was ich ihnen so vor die Nase stelle. Als Rezeptpirat gucke ich zwar immer brav in/s Buch / Netz / Kladde, werfe aber letzten Endes doch kreuz und quer in die Töpfe rein, was mir passt. Was ich nicht zu Hause habe, wird durch vorrätige Alternativen in Menge und Willkür ersetzt. Ich koche mit Phantasie und äußerst phantasievoll sieht das Schlachtfeld hinterher auch aus…öhöm.

Gute Freunde von mir sind wahre Künstler am Herd, sie kochen mit Liebe und Hingabe. Sie geben viel Geld für gute Lebensmittel aus und zelebrieren jede Mahlzeit als wohlverdientes Fest. Ich liebe es, von den Norwegerfreunden bekocht und verwöhnt zu werden! Zu gemeinsamen Kochschlachten zusammengetroffen brachten sie jedes Mal einen regelrechten Stapel an Rezepten mit, denn so ein Sieben-Gänge-Menü erfordert schließlich viel Raffinesse.

Zu diesen festlichen Diners trug auch Rotfrau jedes Mal fleißig bei. Beliebt waren stets meine Vorspeisen/Suppen, Salate und Desserts. Aperitifs mit Essig, Salatsauce mit Aperitifdressing oder die „und-noch-ein-Tröpfchen-davon-ins-Töpfchen – Suppe“ erfreuten sich stets großer Beliebtheit, obwohl die beiden Profiköche meist über meine Art zu kochen nur staunen konnten.

Im Prinzip finde ich Kochen ganz einfach, denn kann ich mir recht zuverlässig vorstellen, wie etwas schmeckt. Und je nach Laune schmeckt es dann mal besser, mal weniger. In letzterem Falle gibt es dann eben für die Männer „Das isst du jetzt einfach“ oder „Du bist kein Gourmet!“. Ein Klassiker ist „Ich weiß nicht, was das ist, aber das war halt noch im Kühlschrank und musste weg.“  Die Frage „Kochst du uns das mal wieder?“ muss ich leider meistens mit „Nein, vermutlich nicht“ beantworten.

Heute wünsche ich also allen eine wundervolle Woche mit meinem Küchenherz:16 - Kopie

Auf diese wirklich herzige Idee brachte mich Frau Buchstabenmeer. Sie herzt inzwischen schon 84 mal und nach ihrer Sommerpause bestimmt weiterhin <3!

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6 Kommentare

  • Antworten
    Zoé
    18. September 2015 at 14:58

    So ähnlich koche ich auch. 🙂 Und wenn mich jemand nach dem Rezept fragt, komme ich immer ins Schleudern: Wieso Rezept? Ich habe einfach das und das in den Topf geschmissen.

    • Antworten
      meermond
      18. September 2015 at 15:10

      Du musst das so machen wie ich: schreibe die Zutaten auf und spinne mystische Mengenangaben herum. Die Nachkocher werden vor dir niederknien, weil sie dein Wundermahl einfach nicht hinbekommen 🙂

      • Antworten
        Zoé
        18. September 2015 at 16:25

        Oh gute Idee! Die Behauptung, es sei ein altes Familienrezept macht die Leute noch neugieriger 😉

  • Antworten
    Birgit Heesemann-Nielsen
    17. September 2015 at 13:02

    Hehe, deine Art mit Rezepten umzugehen, kommt mir sehr bekannt vor. Sehr schön geschrieben. Deine Beiträge sind immer sehr lesenswert.

    • Antworten
      meermond
      18. September 2015 at 15:11

      Danke. Ich erröte hiermit nicht nur auf dem Kopf …

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