Meermond
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Øllebrød – Man muss es mal probiert haben!

Dann kann man erst sagen, ob man es mag oder nicht.

Große Neugierde ließ mich gestern zu diesem Päckchen greifen:

øllebrød0 - Kopie

Da ich mir unter „Øllebrød“ überhaupt nichts vorstellen konnte und weil Süß in solchen Fällen immer eine gute Wahl ist, kaufte ich natürlich das mit Zucker. Ohne gibt´s nämlich auch.

Es handelt sich um Rugbrødbrösel mit Kristallzucker, die mit Wasser zu einem Brei gekocht werden sollen. Dänisches Roggenbrot ist oft sehr schwer und schmeckt meist säuerlich. Die Brösel in der Tüte aber sind hart und riechen nicht gerade einladend.

Wenn man das Øllebrød gemäß der aufgedruckten Anleitung kocht, zwinkert einem DAS aus dem Topf entgegen:

øllebrød1 - Kopie

øllebrød ist gekochtes Roggenbrot 

Øllebrød – wie schmeckt das?

 

Der Geruch ist erwartungsgemäß brotig und bereits nach kurzer Kochzeit verdickt der Getreidekleber das wässrige Etwas zu einem soliden Brei. Probiert man ein Fingerchen davon, ist die Erstreaktion: „Hey, das schmeckt ja gar nicht schlecht!“

Steckt man sich freudig einen Löffel davon in den Mund, dann war´s das mit „gar nicht schlecht!“.

Ich glaube, man muss mit diesem Essen groß geworden sein, um es wirklich zu mögen. Es erinnert geschmacklich an eine Art saures Pumpernickel mit einem Haufen Zucker drin, das schon mal jemand vorgekaut hat und ziemlich klebrig ist. Die Zwillinge, beim gestrigen Abendessen danach befragt, kannten es bereits von der vuggestue und sie fanden, es schmecke gut. Da selbige aber während meines Geschmackstests nicht im Haus waren, ließ ich die Schüssel nach nur einem Löffel stehen und kochte das Ganze nochmal mit Milch. Das Aussehen veränderte sich zwar nicht zu seinem Vorteil, dafür konnte ich die ganze Portion aufessen.

øllebrød - Kopie

links mit Wasser, rechts mit Milch gekocht 

 

Seltsames Essen, sehr sättigend. Mit Sahne verfeinert ist es vielleicht sogar richtig gut. Dann schmeckt es vermutlich wie gezuckertes, dänisches Roggenbrot und salzfreier Butter.

Ob ich mir das nochmal kaufe, weiß ich noch nicht, ganz ehrlich gesagt.

Guten Abend.

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11 Kommentare

  • Antworten
    Ausländer sein – Dinge, die mich mein Umzug nach Dänemark gelehrt hat | Meermond
    6. November 2018 at 11:53

    […] Nach vier Jahren beginne ich leider, einige Geschmäcker meiner alten Heimat zu vermissen. Die dänische Küche ist meiner persönlichen Meinung nach wenig einfalls- und abwechslungsreich. Ich lernte sie als bodenständig, extrem fleischlastig und bescheiden kennen. Man kocht mit dem, was man hat. Kennt ihr zum Beispiel øllebrød? Das ist ein gekochter Brei aus altem rugbrød (Roggenbrot). Ich denke, man erfand das, um Geld zu sparen und um Reste zu verarbeiten. Guter Ansatz, ⇒ aber mir schmeckte das nicht. […]

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    3. November 2016 at 12:48

    Hatte ich noch gar nicht „geliked“. Übrigens die Schwarzbrottorte hier in Jütland, die mag ich gerne. Kann man aber auch nicht vergleichen.

    • Antworten
      Meermond
      3. November 2016 at 20:41

      Ich vergesse dieses Like-Knöpfchen immer so oft…
      Was ist Schwarzbrottorte?

  • Antworten
    Zoé
    19. Oktober 2015 at 13:50

    Brotpudding gibt es ja auch bei uns. Vielleicht eine Abart 😉

    • Antworten
      Meermond
      19. Oktober 2015 at 20:45

      Das gibt es wirklich? Muss ich mal nachlesen. Danke

  • Antworten
    Silberkopf
    3. Oktober 2015 at 18:33

    Wähh, also wie ‚Brot‘ sieht das wirklich nicht aus, eher wie Lebkuchenteig. Also wenn du da die richtigen Gewürze reinmischst und kleine Fladen auf Oblaten bäckst….?
    Aber bald bist du ja in Bayern und kannst jeden Tag ein richtig schönes Butterbrot essen! Oder Bauernbrot mit fett Quark drauf ?
    Ich glaube, ich hätte an deiner Stelle nach einem Jahr schon zwanzig Kilo mehr auf den Rippen, bei dem was du alles probieren musst.

    • Antworten
      Rotfrau
      3. Oktober 2015 at 20:18

      Mangels funktionierender Waage kann ich nicht sagen, wieviel ich zugenommen habe. Aber ein paar Kilo werden es schon sein:-(

  • Antworten
    Anhora
    2. Oktober 2015 at 20:51

    *g* Darauf muss man ja mal kommen: Brotbrei. Warum nicht, ich könnts mir vorstellen, zumindest für Kinder, die Süßes mögen. Nur Pumpernickel wäre wohl das letzte Brot, das ich dazu verwenden würde. Interessanter Bericht! 🙂

    • Antworten
      Rotfrau
      3. Oktober 2015 at 20:16

      Ich glaub, dass das mit Pumpernickel besser schmeckte. Wirklich 🙂

      • Antworten
        Anhora
        3. Oktober 2015 at 21:33

        Wenn du das sagst, dann glaube ich es. Auch wenn ich es mir nicht recht vorstellen kann. 😉

        • Antworten
          Rotfrau
          4. Oktober 2015 at 19:44

          Hui, soviel Vertrauen in mich? Ich erröte noch mehr 🙂

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