Meermond
Leben in Dänemark

Ausländer sein – Dinge, die mich mein Umzug nach Dänemark gelehrt hat

Ich bin so froh, dass ich euch gefunden habe, strahle ich den dunkelhäutigen Mann hinter einem viel zu vollgestellten Tresen an. Er versteht die tiefere Bedeutung meiner Worte nicht und wendet sich wieder dem Kunden vor ihm zu.

Die anderen Männer im kleinen Laden mustern mich. Abschätzig? Interessiert? Ich weiß es nicht, aber ich freue mich sichtbar, dort zu sein. Eine verschleierte Frau drängelt sich resolut und eindeutig ablehnend an mir vorbei. Ihr Einkaufskorb streift mich, aber es ist mir egal. Ich bin ein Exot in dem komplett überfüllten Geschäft, in dem auffallend viele Männer rumstehen. Auf viel zu wenigen Quadratmetern stapeln sich die Produkte bis an die Decke. Man könnte einen ganzen Supermarkt damit füllen!

Einkaufen in einer anderen Kultur

Ich gehe von einem Regal zum anderen und sehe mir begeistert die fremden Lebensmittel an. Ich greife zu einem Glas, in dem lange, weiße Schnüre in einer Lake schwimmen. Käse.

Ich lege das Glas in meinen Korb.

Daneben liegen Melonenkerne. Wer isst denn sowas? Ich spucke die immer aus!

Ich lege die Tüte in meinen Korb.

Bei meinem Rundgang finde ich noch weitere Dinge, die mein Interesse wecken. Sie alle gibt es bestimmt in keinem dänischen Supermarkt.

Genauso wie Sauerkraut. Oder Kohlrabi. Oder Kirschsaft.

Meermond Dänemark Blog Essen Sauerkraut.jpg

Mein Sohn liebt Sauerkraut und Wurst.

Das sind alles Kleinigkeiten, die wir nicht unbedingt brauchen, um gesund und mit Wohlbefinden hier zu leben.

Wir leben ein gutes Leben hier!

Nach vier Jahren beginne ich leider, einige Geschmäcker meiner alten Heimat zu vermissen. Die dänische Küche ist meiner persönlichen Meinung nach wenig einfalls- und abwechslungsreich. Ich lernte sie als bodenständig, extrem fleischlastig und bescheiden kennen. Man kocht mit dem, was man hat. Kennt ihr zum Beispiel øllebrød? Das ist ein gekochter Brei aus altem rugbrød (Roggenbrot). Ich denke, man erfand das, um Geld zu sparen und um Reste zu verarbeiten. Guter Ansatz, ⇒ aber mir schmeckte das nicht.

Essen als Kulturgut

Jede Kultur hat ihren eigenen Geschmack. Und dazu gehören Produkte, die andere Kulturen vielleicht nicht mögen und daher nicht oder nur selten verkaufen.

Ich bin zum Beispiel sehr erstaunt über die Tatsache, dass Holland an Deutschland dicke, große und prachtvolle Kopfsalate liefert. Nach Dänemark liefern die selben Bauern merkwürdig kleine und nur aus wenigen Einzelblättern bestehende Exemplare. Selbige werden zusätzlich in einen mit Luft aufgepusteten Plastikwürfel (!) geschweißt und kosten dann lächerliche 2,60 Euro. Meine Familie braucht zwei davon – wenn es sie überhaupt gibt:

Ich vermisse Kopfsalat. Ich könnte ihn täglich essen. Ich vermisse Kohlrabi. Und manchmal vermisse ich sogar Sauerkraut.

Gäbe es einen Laden, in dem typisch deutsche Produkte angeboten werden würden, so wäre ich dort ein gern gesehener Kunde.

Und nun bin ich gedanklich in Regensburg in den 90er Jahren.

Ausländer sein

Ich schlendere durch eine denkmalgeschützte Innenstadt. Ich entdecke einen neuen Laden. Ein weiterer „Türke“ hat aufgemacht. Warum gibt es bloß so viele Läden bei „uns“, in denen türkische Waren angeboten werden? Warum kaufen „die“ lieber bei „sich selbst“ ein? Warum essen „die“ nicht das Obst und Gemüse aus „unseren“ Supermärkten? Was ist da anders? Und warum plaudern die dann immer alle in ihrer Muttersprache miteinander? Mit mir reden die teilweise in derbstem Bairisch!

Heute bin ich selbst ein Ausländer.

Ich schare deutsche Freunde um mich. Ich liebe es, mich auch außerhalb meiner Familie auf sprachlich sicherem Terrain zu bewegen. Wir verstehen unseren Humor, wir kennen „unsere“ Gepflogenheiten, unsere Regeln, unser Essen. Ich muss nicht dauernd aufpassen, wie ich etwas korrekt und mit in Dänemark angemessenem Verhalten ausspreche. Ich vermisse deutsches Essen – am meisten Brot.

Und jetzt verstehe ich, warum „die Türken“ in Regensburg gerne in „ihren“ Läden einkaufen.

Weil dort ihre Kultur ist! Es ist so herrlich einfach, sich in der eigenen Kultur zu bewegen. Den ganzen Tag von Neuem und Anderem umgeben zu sein, ist nicht immer leicht!

Die eigene Kultur wirft man nicht mit einem Umzug in ein anderes Land ab.

Ich lebe sehr gerne hier im Norden von Dänemark und ich versuche, sowohl Sprache als auch die dänische Kultur anzunehmen. Soweit es mir möglich ist.

Denn ich bin und bleibe immer ein kleines bisschen Bayer. Ein Bayer in Nordjütland.

umzug dänemark leben blog meermond _.jpg

Auf dem Weg in ein neues Leben.

Und genau darum gehe ich jetzt zu „dem Türken“ in Aalborg.

Denn der hat Kohlrabi 🤗  !

Herzliche Grüße aus Dänemark, eure bayerische

 

Schriftzug Meermond

 

 

Bitte teilt diesen Artikel. Er ist mir angesichts einer Besorgnis erregenden Entwicklung in ganz Europa sehr wichtig. 

Tusind tak – Danke <3 

64 Kommentare

  • Antworten
    Katharina
    14. November 2018 at 21:57

    So ein toller Artikel. Liebe Grüße aus Regensburg!

    • Antworten
      Meermond
      14. November 2018 at 22:55

      Danke sehr. Und herzliche Grüße zurück in die weltbeste Stadt der Welt ❤

  • Antworten
    Marion
    12. November 2018 at 21:46

    Liebe Meermond,

    vieles was du beschreibst kenne ich so auch – und dabei bin ich doch „nur“ in die Schweiz umgezogen, 2012.
    Zum Glück gibt es hier immer öfter auch mal Lebensmittel, die hier eigentlich nicht her gehören, z.B. Weißwürstl mit süßem Senf oder Brezn. Letztere sind allerdings meist lappig und nicht knusprig, wie sie gehören und wie ich sie liebe.

    Von wo aus Bayern kommst du denn?

    Liebe Grüße nach Dänemark

    • Antworten
      Meermond
      14. November 2018 at 7:49

      Ich komme aus Regensburg. Dort überschwemmen aber leider auch zunehmend labberige Großbäckereienbrezen den Markt. Wie überall haben die Kleinen, Feinen es schwer, gegen Große fortzubestehen…
      Grüße un die Schweiz 🤗

      • Antworten
        Marion
        24. November 2018 at 20:05

        Danke dir 🙂
        Regensburg kenne ich leider nur von Klinikbesuchen vor vielen Jahren (feine Laser zum Veröden sichtbarer Gefäße auf der Nase gab es dort). Soll aber eine tolle Stadt sein!

        • Antworten
          Meermond
          24. November 2018 at 23:35

          Regensburg ist eine wunderschöne Stadt. Als ich noch anonym bloggen durfte – vor der Datenschutzregelung – benutzte ich das Synonym „weltbeste Stadt der Welt“ für Regensburg. 🤗

          • Marion
            26. November 2018 at 7:52

            Das mit der neuen Datenschutzverordnung… Inwiefern darfst du jetzt nicht mehr anonym bloggen, das raff ich grad nicht.
            Und wieso kannst du das Synonym für Regensburg jetzt nicht mehr verwenden?

          • Meermond
            26. November 2018 at 7:58

            Ich verwende es schon noch, denn Regensburg ist, keine Frage, die weltbeste Stadt der Welt. 💕 Aber jetzt benenne ich sie abwechslungsweise auch direkt beim Namen. Mit der Datenschutzregelung werden die Daten der User in Schutz genommen, die der Blogger aber müssen gleichzeitig komplett offen gelegt werden. Warum soll ich also weiterhin verheimlichen, woher ich komme, wenn ich gleichzeitig im Impressum meine komplette Anschrift angeben muss? Der Schutz meiner Daten als Blogger wurde mit dem Datenschutzgesetz aufgehoben. Ironisch, nicht?
            Liebe Grüße in die weltbeste Stadt der Welt ♥

        • Antworten
          Marion
          26. November 2018 at 21:11

          Ach so, jetzt verstehe ich, wie du das mit Regensburg gemeint hattest 😉

          Hm, mal wieder hab ich versucht die Details der Datenschutzgrundverordnung zu überblicken und vor allem, wie sie sich auf meinen Blog auswirkt. Ein ermüdendes Unterfangen. Also ziehe ich mich erneut auf den Standpunkt zurück, dass ich in der Schweiz lebe und kein Teil der EU bin 😉

          Ja, es ist ironisch, in der Tat. Ich hoffe, du bloggst trotzdem noch mit genausoviel Freude und Begeisterung.

  • Antworten
    Silke
    8. November 2018 at 19:29

    Das hast du toll geschrieben, ich kann mir gut vorstellen, das du dich teilweise zwischen zwei Kulturen aufhälst.

    Was den Kohlrabi betrifft, soll ich dir welchen mitbringen oder was du sonst noch vermisst? Vorausgesetzt es gibt es hier in Norddeutschland. 🙂 Wir haben nämlich für Ende November gebucht.
    LG Silke

    • Antworten
      Meermond
      9. November 2018 at 10:14

      Ein riiiiiiesiges, dickdickes Exemplar Kopfsalat hätte ich wirklich gerne! Wo urlaubst du denn? Ich finde das so nett! Danke dir!
      Kennst du die „Westpakete“, die man früher in die DDR schickte? Seit meinem Artikel bekomme ich via Instagram, Facebook und nun auch hier Angebote, mich mit „Südpaketen“ zu versorgen. Tusind tak an dich. Tusind tak an alle <3

      Liebe Grüße

  • Antworten
    8.11.2018 | In jawls humble opinion.
    8. November 2018 at 18:57

    […] Meermond: Ausländer sein – Dinge, die mich mein Umzug nach Dänemark gelehrt hat […]

  • Antworten
    Alexandra von doublyblessedblog
    7. November 2018 at 22:50

    Da musste ich doch gleich an Rapunzel denken, bei so viel „Gluscht“ auf Salat 😉 Den würd ich definitiv auch vermissen. Und fehlen würde mir sicher auch der Duft nach typisch Schweizerischem Essen, der um die Mittagszeit durch die Gassen zieht und das Gefühl von Zuhause und Geborgenheit mit sich bringt.
    Sehr schön geschrieben 🙂

  • Antworten
    Ausländer sein – Dinge, die mich mein Umzug nach Dänemark gelehrt hat – Stella, oh, Stella
    7. November 2018 at 13:10

    […] via Ausländer sein – Dinge, die mich mein Umzug nach Dänemark gelehrt hat […]

  • Antworten
    Frøken Fluesvamp - Kristina
    7. November 2018 at 10:30

    Ganz ganz wunderbar 😁 ein sehr wichtiger Artikel mit so vielen wichtigen und richtigen (!) Gedanken!!!

    • Antworten
      Meermond
      7. November 2018 at 11:25

      Danke dir, ich freue mich, dass du den mir wichtigen Unterton heraus lesen konntest. <3

  • Antworten
    gkazakou
    7. November 2018 at 9:37

    ich las deine Gedanken mit besonderem Interesse, denn ich bin ja schon bald 40 Jahre lang Ausländerin in Griechenland. Das Essen macht mir allerdings überhaupt kein Problem – im Gegenteil. denn die Mittelmeerkost ist einfach köstlich.
    Anders ist es mit der Sprache und mit Denkgewohnheiten. Zum Glück spreche ich mit meinem Mann deutsch, sonst würde es mir doch sehr fehlen. Auch das Bloggen hat mir sehr geholfen, weil ich auf Deutsch kommunizieren kann. Ich spreche allerdings auch gut Griechisch, mache Lebensberatung und Aufstellungen auf Griechisch, und meine engsten Freundinnen sind Griechinnen. Manchmal arbeite ich auch mit sprachlich gemischten Gruppen, wo ich alles verdolmetschen muss. Und genau das ist spannend für mich: dieses Wandern zwischen den beiden Lebenswelten, die mich sensibilisieren für die eine und die andere Art.
    Andere nach Griechenland gezogene Deutsche bleiben freilich sehr deutsch, kaufen deutschen bzw holländischen Käse, Nürnberger Bratwürste, Knäckebrot, Müsli, deutsche Butter, ja, auch deutschen Kopfsalat! – bei Lidl, haben griechische Bekannte nur, falls die deutsch oder jedenfalls Englisch können, gehen zu deutschsprachigen Ärzten und Friseuren, fahren Autos mit deutschen Nummernschildern, schimpfen auf griechische Gesetze und lieben Griechenland eigentlich nur wegen seines Klimas, seiner Landschaften und seiner Antiken. Die griechischen Menschen dürften gerne auch fehlen.

    • Antworten
      Meermond
      7. November 2018 at 11:37

      Für meine persönliche Entwicklung war dieses Sensibilisieren so wertvoll. Ich wandere inzwischen ebenfalls zwischen den Lebenswelten und es ist, als lebte ich auf irgendeine Weise zwei Leben. Was anstrengend klingt, ist meines Erachtens bereichernd.
      Heute verstehe ich wirklich, was ich mir als ganz junge Erwachsener noch etwas unbeholfen zu erklären versuchte. Dieser Artikel hat inzwischen Aufrufezahlen erreicht, die meine Statistik sprengt. Ich wünsche mir sehr, dass vielleicht der eine oder andere Leser mit-verstehen wird. Es gefällt mir nicht, dass die Leute, die einfach nicht (mehr) verstehen wollen oder können immer lauter werden…
      Herzliche Grüße ins lebensfreudige Griechenland.

      • Antworten
        gkazakou
        7. November 2018 at 12:04

        Wem kann es gefallen, wenn Menschen nicht verstehen WOLLEN! Es ist schon schlimm genug, wenn sie nicht verstehen KÖNNEN. In letzterem Fall gibt es allerdings Hoffnung, dass entsprechende Erfahrungen Besserung bringen.

        • Antworten
          Meermond
          7. November 2018 at 12:42

          Die Hoffnung hab ich ein bissl.

  • Antworten
    ann christina
    7. November 2018 at 8:33

    Ein sehr schöner Artikel, der mir einen alten Spruch wieder ins Gedächtnis ruft: Jeder ist Ausländer – fast überall. Ich kann alle deine Gedanken sehr gut nachvollziehen, weil ich seit ca. 10 Jahren immer wieder in verschiedenen Ländern lebe. Ich bin deutsch und ungarisch, und in Ungarn vermisse ich grüne Soße, rote Grütze und Regenwetter, in Deutschland ungarische Paprika (die es aber beim „Türken“ gibt), gutes Hummus aus dem Supermarkt und das eher trockene Klima. Interessant finde ich auch, dass sich Kultur vor allem am Essen festmacht – wenn man mit anderen „Ausländern“ spricht, fehlt immer das Essen aus der Heimat am meisten😊

    • Antworten
      Meermond
      7. November 2018 at 11:40

      Essen ist Teil unserer Kultur und unserer Erinnerung. „Das schmeckt wie bei meiner Oma!“ Wer kennt das nicht? Es kann quasi unser ganzes Leben sein, das wir mit Essen in Verbindung bringen. Sowohl gute, als auch schlechte Erinnerungen. Meine Oma hat ihr ganzes Leben keine Steckrübe mehr angefasst, weil sie die immer mit dem Krieg in Verbindung setzte…
      Danke für dein Komplliment. Danke für deinen wertvollen Beitrag 🙂

  • Antworten
    suzyintheflow
    6. November 2018 at 20:41

    Du hast völlig recht, bloss durch einen Umzug in ein anderes Land wird man nicht automatisch auch „anders“ und vergisst seine Herkunft. Die eigene Kultur und Gewohnheiten liegen nicht in einem Rucksack, den wir bei Grenzübertritt ggf. einfach abgeben können. Ich bin selber auch (wieder mal) Ausländerin und selbstverständlich finde ich mein Gastland interessant, ich spreche die Sprache und interessiere mich für alles mögliche. Aber gerade Sprache und Essen sind wichtige Identifikation stiftende Aspekte und es ist nur natürlich, dass wir das auch ausleben möchten. Obwohl es in meinem Gastland Frankreich bestimmt nicht an guter Küche mangelt, lasse ich mir ab und zu von Besuch typisch Schweizerisches mitbringen. Ich stimme und wähle auch noch in der Schweiz. Das ist legitim und hat mit Integration, oder fehlender Integration, absolut nichts zu tun. Diese kann und sollte parallel dazu erfolgen. Es ist ohne weiteres möglich zwei Hüte anzuhaben und am Leben von zwei verschiedenen Ländern teilzunehmen und es wertschätzen.

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 22:13

      Über die Metapher mit den zwei Hüten habe ich etwas nachgedacht. Ich muss sagen, sie gefällt mir. Genau das ist es nämlich, was ich tu. Ich schließe die Haustür und wechsle die Hüte. Ich danke dir sehr.
      Herzliche Grüße ins wundervolle Frankreich 🤗

      • Antworten
        suzyintheflow
        6. November 2018 at 22:30

        Danke auch! Von mir liebe Grüsse nach Dänemark. Freue mich jedes Mal auf deine Berichte und Bilder!

  • Antworten
    Ann
    6. November 2018 at 18:38

    Ich finde es völlig in Ordnung, manche Dinge im neuen Land auch abzulehnen und andere beizubehalten. Die Vergangenheit ist Teil Deiner Identität.LG Ann😘

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:23

      Ich finde es auch in Ordnung. Hier wie dort… 🙂
      Liebe Grüße zurück

      • Antworten
        Ann
        6. November 2018 at 19:33

        Ich sehe das Problem mehr bei den Menschen, die ihre Kultur in das neue Land mitnehmen und nicht Kompromiss bereit sind.

        • Antworten
          Meermond
          6. November 2018 at 19:42

          Das ist in der Tat eine Haltung, die nicht unproblematisch ist. Aber da ich diese Haltung nicht habe, kann ich mich in derartige Gedanken nicht hineinversetzen. Das müssen andere Blogger übernehmen, da wage ich mich nicht ran.

          • Ann
            6. November 2018 at 19:45

            Ich bin vielen begegnet, die ihre Heimat mitnehmen wollten und enttäuscht waren, dass es nicht geht und empfanden am Ende das Andere in der neuen Kultur schlechter als das, was sie aus ihrer Heimat kannten. Klar bist Du nicht eine von der Sorte. 😎

          • Meermond
            6. November 2018 at 19:49

            Heimat mitnehmen kann man nicht. Man muss sein neues Daheim zu seiner Heimat werden lassen. Das ist sehr sehr schwer und manche schaffen das wirklich nicht. Zurück kehren? Ich denke mal etwas globaler: Was, wenn man nicht zurück kann? Kniffliger Gedankengang…🤔

          • Ann
            6. November 2018 at 19:54

            Ich verrate es Dir. Wenn Du lange weg warst, verändert es Dich, da das Neue Teil von dir wird. Du bist dann nicht mehr die Person, die Du warst, als Du Deine Heimat verlassen hast. Heimat wird irgendwann ein Platz im Herzen und dort, wo Menschen sind, die Dir wichtig sind. *Philosophie Mode aus*🙄

          • Meermond
            6. November 2018 at 19:59

            Ich bin schon verändert. Und das finde ich ziemlich gut! Ich habe nicht nur eine phänomenal weite Aussicht hier, sondern erlebt, was „Horizont erweitern“ wirklich bedeutet. 😍
            Übrigens philosophiere ich gerne mit dir. Oje, was werden wir dereinst einen Haufen Rotwein brauchen….

          • Ann
            6. November 2018 at 20:08

            Yeps….und das war viel Arbeit und nicht immer einfach, denke ich mir. So war es jedenfalls bei mir. Tief im Herzen bist Du in Deutschland wahrscheinlich eine dänische Deutsche und bei Dir eine deutsche Dänin.
            Ja, den Rotwein und die Bank habe ich nicht vergessen. ….und werde ich auch nicht…..😊

          • Meermond
            6. November 2018 at 22:18

            Du sprichst aus Erfahrung.
            Ich bin eine Bayerische Dänin – oder dänische Bayerin. Je nachdem.
            Auf alle Fälle werde ich die coolste weiße Bank Dänemarks haben. 😬

          • Ann
            6. November 2018 at 20:15

            Danke, übrigens geht es mir genauso….hatte ich vergessen zu tippen.*WeinschonmalinGedankenaussuch*

          • Meermond
            6. November 2018 at 22:15

            Ich habe es mir schon so dazu gedacht.
            *ingedankenlagreinempfehlend*

          • finbarsgift
            7. November 2018 at 10:50

            Feiner, interessanter Dyalog von euch beiden!
            Herzlich, Lu

          • Meermond
            7. November 2018 at 12:41

            Ich werde dereinst eine große Bank haben. Ein Plätzchen für (deinen) Marc Aurel werden wir sicher noch haben…Außerdem sind auf vielen Fotos auch immer drei Leute auf der Bank 🙂

          • finbarsgift
            7. November 2018 at 13:05

            Schön … da sitze ich gerne mit euch und dem Marc …
            Seine Sprüche sind ebenso beeindruckend wie deine faszinierenden Posts!

      • Antworten
        finbarsgift
        7. November 2018 at 10:48

        Ich finde nicht nur Dänemark schön,
        auch Bavaria hat was … 🙂

        • Antworten
          Meermond
          7. November 2018 at 12:39

          oh ja, Bayern hat wirklich was 🙂

          • finbarsgift
            7. November 2018 at 13:07

            Berge, Seen, liebe Leute, feine Altstädte … nur die Sprache dort passt irgendwie nicht so recht 😁

  • Antworten
    Ewald Sindt
    6. November 2018 at 17:23

    Es ist das eine, in einem anderen Land zu leben und sich mit der Kultur und den Lebensumständen anzupassen, aber ab und an kommt die Sehnsucht nach „heimischen“ Produkten auf. Dann gibt es nur eines, so schnell wie möglich befriedigen. Schon ein mal daran gedacht, einen Lebensmittelmarkt mit typisch deutschen Produkten zu eröffnen… 😊😊😊
    Hier ein Rezept für Brotsuppe: https://www.chefkoch.de/rezepte/114741048249532/Suesse-Rosinen-Brotsuppe.html?utm_source=com.apple.UIKit.activity.CopyToPasteboard&utm_medium=Social%20Sharing%20CTA&utm_campaign=Sharing-iOS

    Ich esse sie noch heute gerne…
    Lieben Gruß, Ewald

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:26

      Nein, einen Laden mag ich nicht eröffnen. Die Pleite wäre vorprogrammiert 😂
      Ich bin dankbar, alle diese Erfahrungen machen zu können. Sie sind wertvoll.
      Tusind tak für das Rezept 🤗🤗🤗

      • Antworten
        Ewald Sindt
        6. November 2018 at 19:29

        Das mit dem Laden war auch mehr als Scherz gedacht, Rezept gerne getan.
        meget flot hilsen, Ewald 😊

        • Antworten
          Meermond
          6. November 2018 at 19:31

          🤗🤗🤗🤗

          • Ewald Sindt
            6. November 2018 at 22:06

            Hoffe Google hat den letzten Satz richtig übersetzt… 😂

          • Meermond
            6. November 2018 at 22:21

            Sagen wir mal so: Ich habe dich verstanden 😁
            Med venlige hilsner, Marion

          • Ewald Sindt
            6. November 2018 at 22:40

            Dann ist ja alles gut… 😊

  • Antworten
    Elke Janicke
    6. November 2018 at 16:29

    Hej Meermond
    Das mit dem Roggenbrot kenne ich noch von meiner Kindheit….Meine Mutter machte noch Rosinen rein….das ganze nannte sich….
    BROTSUPPE MIT ROSINEN
    Komm gut über den Herbst…l.g.elke

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:28

      Brotsuppe kenne ich nur so: Kraftbrühe mit dünnen Brotscheibchen, die vorher geröstet wurden. Interessant!
      Dir auch beste Wünsche für die Herbstzeit 🤗

  • Antworten
    Nilzeitung
    6. November 2018 at 16:27

    Schön !!!!>>>>>>>>(*L*) ich kann Lieder davon singen.!!!!>>> LG

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:29

      Das glaube ich dir gerne! LG zurück!

      • Antworten
        Nilzeitung
        6. November 2018 at 19:40

        aber mit meinem Geduld und aus lehren ,.-.,.- lernen hat mir sehr geholfen, lg

  • Antworten
    Hannelore
    6. November 2018 at 15:46

    Hej! Toll geschrieben! Du sprichst mir mit deinen Worten aus der Seele.
    Ich empfinde wie du! Sind von Österreich nach Nordfriesland gezogen nahe der dänischen Grenze!
    Schreibe weiter, ich mag deinen Blog!

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:29

      Vielen vielen Dank 😍
      Und ein bairisch-österreichisches

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 19:30

      „Servus“ nach Nordfriesland fehlte vorhin…na bravo.

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    6. November 2018 at 12:02

    Das ist ein schöner Artikel. Ich fühle mich allerdings nicht so gedrängt mich kulturell allzusehr anzupassen, denn das machen die im Ausland lebenden Dänen auch nicht. Daran sollten sie hier mal denken, nämlich wie viele Dänen im Ausland leben und wie man gerne möchte, dass die dort behandelt werden … 😉

    • Antworten
      Stella, oh, Stella
      6. November 2018 at 12:09

      Inger Støjberg (die so genannte Integrationsministerin, die jetzt durch verminderten Dänisch-Unterricht die Integration verhindern will, damit man Leute „rechtmässig“ wieder abschieben kann) würde wahrscheinlich argumentieren, dass die Ausland-Dänen ja in Dänemark leben könnten, wenn sie wollten.

      • Antworten
        Meermond
        6. November 2018 at 12:12

        Für so eine Denkweise habe ich nix übrig. Das ist bloß noch dumm. Leider ist Dummheit manchmal ansteckend.

    • Antworten
      Meermond
      6. November 2018 at 12:10

      Ich will ja auch keine Dänin werden, erkenne aber, dass wir uns in Vielem anpassen. Eben weil wir unseren Kindern ein hier „normales“ Leben bieten möchten.
      Ich denke, das tun viele Ausländer auf ihre ganz persönliche Weise. Egal, welche Nation und welcher Wohnort. Man tut, was im eigenen Rahmen möglich ist und auch als sinnvoll betrachtet wird.
      Verständnis und Rücksichtnahme erscheinen mir leider als zunehmend schwindendes Kulturgut. Das wäre gerade heutzutage immer wichtiger…

      • Antworten
        Stella, oh, Stella
        6. November 2018 at 12:12

        Wie teile ich eigentlich deinen Beitrag, müsste da nicht irgendein „Knopf“ sein?

        • Antworten
          Meermond
          6. November 2018 at 12:14

          Entweder bei Facebook oder durch Press this 🙂

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