Meermond
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Unsere Zukunft – ein fiktiver Brief aus Skandinavien

Hej mein lieber Freund!

Ich hatte so gehofft, du wärst bei der Gruppe gewesen, die letzten Monat eine Greencard für Skandinavien bekommen hatte. Es tut mir sehr leid, dich und deine Eltern immer noch jenseits der Grenze zu wissen. Bitte gebt nicht auf, ihr schafft das!

Meine Uroma hat mir gestern erzählt, dass alles so ganz anders gewesen wäre, als sie nach Skandinavien kam. Stell dir mal vor, sie behauptete, die Menschen hätten die Welt mit Absicht zu dem gemacht, was sie heute ist! Glaubst du das? Das Machtsystem würde uns das doch sicherlich mitteilen!

Uri lügt mich nie an und doch kann ich ihre Geschichten nicht so richtig glauben. Vielleicht ist sie einfach nur alt und ein bisschen plemplem im Kopf.

Alte Frau Bank Klimawandel

In ihren Erzählungen fuhren Menschen nach Island, um sogenannte „Gletscher“ und blaues Eis anzusehen.

Ehrlich, es gab einmal blaues Eis auf unserer Welt?

Warum hat man mir keines davon aufgehoben? Solche Eisdiamanten würde ich auch gerne einmal sehen!

Damals hätte man in heißen Quellen baden und gleichzeitig auf Schnee bedeckte Berge sehen können. Das muss sicherlich sehr schön gewesen sein! Die vielen Wasserläufe sollen einmal sehr stark und kräftig gewesen sein. Sie hätten Island in ein wildes Land verwandelt. Wild?

Sicher, einige Wasserfälle sehen immer noch hübsch aus, aber das Wort „wild“ passt wirklich nicht mehr zu Island. Das Land ist richtig lieblich, findest du nicht? Schade ist nur, dass ich noch nie einen Wal gesehen habe. Sie müssen wunderschön gewesen sein.

Vertrocknetes Flussbett Klimawandel


Grünland hatte einmal Grönland geheißen.

Das finde ich sehr lustig, wo doch Grünland viel besser zu der Insel passt. Ich kann gut verstehen, dass da immer mehr Menschen wohnen wollen. Mein kleiner Bruder hat übrigens gestern beschlossen, ebenfalls nach Grünland ziehen zu wollen. Es sah so niedlich aus, als er die Shorts in seinen kleinen Rucksack steckte!

Finnland und Schweden waren einmal voller Wälder. Mehr als die Hälfte der Länder wäre bloß Wald gewesen! Was haben die Menschen dort damals bloß gemacht? Muss doch langweilig gewesen sein, nur lauter Bäume zu sehen! Haben die damals überhaupt einen See finden können? Ich finde es sehr praktisch, dass man heute ganz einfach sehen kann, wo ein Badesee ist. So erspart man sich die Suche und erkennt die Matschlöcher schneller.

Die sollen übrigens auch mal echte Seen gewesen sein, so Uri. Ich freue mich immer wieder, wenn wir dran sind mit Baden. Weißt du, sie haben die Wartezeiten verlängert.

Jetzt darf man nur noch jede dritte Woche baden.

Die Wasserqualität ist leider wieder schlechter geworden. Ich glaube, die Regenerationszeiten werden immer länger und irgendwann darf ich dann gar nicht mehr schwimmen. Das ist total gemein. Meine Uroma sagte, früher hätte sie beim Schwimmen in den Seen das Wasser sogar probieren können und überhaupt hätte man damals jederzeit baden gehen dürfen. Ganz ohne Zuteilung!  

Trockene Erde Klimawandel

Dänemark soll übrigens einmal viel größer gewesen sein. Also mich interessiert das Land ja überhaupt nicht. Es soll aber richtig interessante Orte gegeben haben, bevor die Meere sie sich geholt haben. Uri hat mir viel von den Städtchen Skagen und Lønstrup erzählt, die damals wohl viele Touristen angelockt hätten. Die Menschen sind eigentlich ganz schön dämlich, wenn sie sich so besondere Orte kaputt gemacht haben.

Wer will heute schon noch nach Dänemark?

Weißt du überhaupt, dass man das natürliche Wasser bei den Dänen gar nicht mehr trinken darf? Die haben sich ihr Grundwasser total vergiftet!

Mann trinkt Wasser


Wegen Schweinen! Alle hätten zu Uris Zeit tonnenweise Schweinefleisch essen wollen und die Dänen hätten es wohl etwas arg getrieben mit Massenviehzucht. Man züchtete sogar Jungtiere für den Verkauf nach China! Wirtschaft nannte man das damals. „Jetzt haben sie den Salat“, sagte Uri und lachte sich scheckig. Ich verstehe den Witz nicht wirklich, aber angeblich hätte sie einst in Dänemark nur schwer richtig guten Salat kaufen können. Sogar in Norwegen wäre die Gemüseabteilung anregender gewesen. Ich finde das norwegische Obst und Gemüse übrigens prima. Das wächst da einfach fabelhaft und mit dem Rückgang des Eises ist ein Haufen Land freigeworden! Wenn ich mit meiner Familie durch die endlosen Äcker wandere, bekomme ich jedes Mal Hunger.

Apropos Hunger.  

Wusstest du, dass die Menschen früher mit Anhängern voller Fisch aus Norwegen abreisten? Die sind einfach hingefahren und haben Unmengen an Fisch geangelt? Na da würden sich die aber heute ansehen! Die Strafe möchte ich nicht zahlen müssen! Man darf nicht mehr selbst angeln in Norwegen. Fisch ist vom Aussterben bedroht und steht unter Schutz. Was müssen das damals nur für verfressene Leute gewesen sein, wenn die mehrmals am Tag Fleisch und Fisch brauchten! Sau-doof würde ich sagen.

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„Wachstum, Gier und Egoismus haben alles kaputt gemacht“, sagte Uri. Diesen Satz kann ich ja noch nachvollziehen, aber ihr „und das mit voller Absicht“ verstehe ich nicht. Man hat das also alles mit Absicht gemacht?

Man hat mit Absicht so viele schöne Dinge auf der Welt kaputt gemacht?

Man hat mit Absicht eine Welt erschaffen, in der es schwer geworden ist, zu leben? In der wir zu wenig Wasser haben?

Viele haben Skandinavien geliebt, sagt Uroma. Weite, Stille und eine wilde Natur hätten die nördlichen Länder so einzigartig gemacht. Warum haben sie dann nicht besser auf all das aufgepasst?

So viele Fragen, auf die ich wohl keine Antwort bekommen werde.

Hoffentlich hat meine Uroma einfach nur gelogen.

Dein Freund.


Anmerkung der Autorin:

Es ging mir nicht darum, einen fachwissenschaftlich korrekten Text zu verfassen.

Ich kenne die Fakten und wer sich jetzt über fachliche Ungenauigkeit, Fiktion oder Übertreibung in obigem Brief aufregt, dem rate ich dazu, mir durch fleißiges Teilen zu einem anständigen Shitstorm zu verhelfen. Los, teil diesen Brief, damit möglichst viele lesen können, was diese Meermond hier so fabuliert. Was denkt die sich bloß!

Wer schlau ist, der schmunzelt an dieser Stelle.  

Ich habe ein abgeschlossenes Geographiestudium und viele, viele Jahre an unzählige Schultafeln die Folgen des Klimawandels geschrieben. Ich weiß eine ganze Menge und daher macht es mich zunehmend wahnsinnig zu beobachten, dass all das wahr wird! Braucht die Welt wirklich eine mutige 16jährige, um endlich damit anzufangen, zuzuhören und nachzudenken?

Offenbar, denn es gibt immer noch Kommentatoren, deren erste Worte „na und“ unter einem Artikel über das weltweite Artensterben sind.

Na und?

Ernsthaft? Wenn es erlaubt ist, öffentlich brachiale Dummheit kundzutun, dann darf ich fachlich unsaubere Briefe aus einer fiktiven Zukunft formulieren. Ich habe keine Ahnung, welches System dereinst vor unseren Kindern zu verbergen versucht, was wir eiskalt (welch Ironie!) zugelassen haben.

Ganz so phantastisch muten meine Vorstellungen aber leider nicht an. Wir steuern auf etwas zu, was ich nicht als die Zukunft meiner Kinder wissen will. Eine Zukunft, in der Durst und Hunger das Leben gestalten werden.

Na und?

Durst Wasser Klimawandel Plastik


Eine Zukunft, in denen Kämpfe und Flucht unseren Alltag bestimmen werden. Wir haben nicht einmal eine Ahnung dessen, was noch auf uns zukommen wird. Und es gibt so viele, die das alles immer noch nicht interessiert!

Na und?

Bislang habe ich versucht, meinen Blog Meermond möglichst unpolitisch zu formulieren. Aber verdammt nochmal, mir geht der Hut hoch, wenn ich so ein dummes „Na und“ lese oder höre!  

Ich kann noch ein bisschen frecher:

Na und, dann fällt Skandinavien eben als Traumurlaubsland weg. Wer braucht das alles schon?

Na und, wir haben ja Fotos und wir waren ja da! Damals, als es noch wunderschön und einzigartig war.

Wäre ich ein doch bloß ein Influencer mit Millionen von Followern, so würde ich virtuell Geographie unterrichten! Genau das ist das, was all die Na-und-Menschen brauchen: Wissen!  

So kann ich nur schimpfen und Brechreiz bekommen, lese ich von Wachstum, Lobbyismus und wirtschaftlichen Entwicklungen. Wirtschaftliches Wachstum, damit wenige Reiche weiterhin im Luxus baden können, interessiert mich einen Dreck!

So geht es nicht weiter.

Fakt!

Herzliche Grüße aus Skandinavien 2019,

Marion Sorg


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35 Kommentare

  • Antworten
    Andrea
    8. Mai 2019 at 17:26

    Leider ist das was du geschrieben hast allzu wahr! Hoffentlich erreicht dein Brief viele Leser und regt zum Nachdenken an.

    • Antworten
      Meermond
      9. Mai 2019 at 8:40

      Hilf mir doch bitte, diesem Brief zu Reichweite zu verhelfen! Teile ihn auf Facebook, Instagram, via WhatsApp oder was weiß ich. Es ist wirklich wichtig, mit dem Denken anzufangen. Denn das Denken ist notwendig für die richtigen Schritte!
      Danke für’s Lesen <3

  • Antworten
    Heike Pfennig
    8. Mai 2019 at 16:32

    Hallo … – Mist jetzt hat mich dein Blog um den Verstand gebracht und ich habe deinen Namen vergessen. Egal.
    Liebe Meermond, dein Brief ist echt der Hammer. Ich hoffe sehr, viele und gerade Skandinavien-Liebhaber lesen ihn. Ja, er beschreibt, was ich auch denke und immer wieder befürchte. Denke ich an meine ersten Besuche in Dänemark war es ruhig und hyggelig, nur wenige Lego-Baustein-Häuser, exakt geplante Havnepromenaden, wenig riesige Hotelanlagen … Heute ist Blavand und Henne nicht wieder zu erkennen. Sondervig und Lökken werden auch immer schlimmer. Das Geld regiert die Welt und es ermöglicht leider auch in Dänemark die unmöglichsten Wünsche von Geldbessenen Leuten zu erfüllen. Ich denke auch Dänemark, allen voran Römö, wird immer mehr Tourimeile. Ich wünschte von Herzen, dass die Dänen bei ihrem Hygge blieben und die Menschen, die es besuchen genau dieses alte hyggelige Flair lieben, so wie ich. Danke Meermond für deinen wundervollen Beitrag. Schreib mehr, ich bin gespannt. Liebe Grüße aus Dresden Heike

    • Antworten
      Meermond
      9. Mai 2019 at 9:00

      Liebe Heike, ich danke dir für deine Worte. Leider ist das öffentliche Interesse für meinen Weckruf eher verhalten. Bestürzenderweise gerade von Facebook, wo sich tausende von „Skandinavienfans“ und „Dänemarkfreunden“ tummeln, ist die Reaktion eher verhalten. Dabei ist es Fakt, dass gerade Dänemark betroffen ist! Alles, was in meinem Brief stand, geschieht bereits im „Herzensland“!
      Wusstest du, dass vor wenigen Wochen Trinkwassbrunnen gesperrt werden mussten, weil das Wasser nicht mehr trinkbar ist? Wusstest du, dass dem Monat Mai 2019 diese Tage ein Trockenheitswert verliehen wurde, der in etwa den Wert des Dürremonats Juli 2018 hat?
      Ich bin sicher, in den Facebookgruppen wird die Klage über ein (zum derzeitigen Punkt erwartbares) Feuer- und Grillverbot im Sommer riesengroß sein. Aber um das schöne Land zu kämpfen, dazu hat man weder Lust, noch scheint es zu interessieren! Das ist doch furchtbar!!!
      Nun zu Blåvand und Rømø: Ich habe diese Orte nie besucht, werde es vermutlich auch nicht. Es sind zuviele Menschen dort, die sich ihre eigene Hygge basteln und frenetisch Sandstrand bejubeln. Hast du gelesen, dass sich die Leute aufgeregt haben, dass man in Blåvand im Juli nicht einmal mehr 40 kmh fahren kann? Mir ging der Hut hoch! Ich verstehe die Dänen, dass sie ausbauen. Sie müssen es. Wie sonst soll man die vielen Leute unterbringen bzw. aushalten können? Wenn die Touriwelle über ein Land schwappt, macht sie vieles kaputt und wenn nicht ausgebaut wird, dann bleibt ein zerstörtes Land zurück und keiner kommt mehr. Das Kaputte dürfen dann die Einheimischen quasi ausbaden. Das ist auch nicht richtig, oder? In Hirtshals baut man übrigens gerade die Hafenpromenade aus. Und das wird richtig schön, da der Hyggegedanke dabei im Vordergrund steht. Du wirst es heute Abend hier lesen können! Ich hoffe, es fällt keine Menge von mit falschen Vorstellungen benebelten Geschöpfen in meinen geliebten Norden ein, die sich nicht die Mühe machen wollen, sich auf Ruhe und Langsamkeit einzulassen. In Hirtshals ist Tempo 30 noch zu schnell 😉
      Geld regiert die Welt, leider. Aber es gibt denen, die es besitzen, auch die Freiheit, die Welt im positiven Sinne zu gestalten – wenn sie wollen [würden].
      Ich würde daher lieber sagen: Gier regiert die Welt.
      Ich umarme dich ganz herzlich,
      Marion

  • Antworten
    Unsere Zukunft – ein fiktiver Brief aus Skandinavien | la parole a été donnée à l´homme pour cacher sa pensée
    7. Mai 2019 at 17:39

    […] Quelle: Unsere Zukunft – ein fiktiver Brief aus Skandinavien […]

  • Antworten
    Myriade
    7. Mai 2019 at 16:23

    Darf ich rebloggen ?

    • Antworten
      Meermond
      7. Mai 2019 at 16:26

      Darf? Ich bitte dich sogar darum 😘

      • Antworten
        Myriade
        7. Mai 2019 at 16:58

        Na dann 🙂

      • Antworten
        Myriade
        7. Mai 2019 at 17:04

        Ich finde leider den Knopf nicht. Hast du „rebloggen“ nicht aktiviert ?

        • Antworten
          Meermond
          7. Mai 2019 at 17:05

          Äh.. Ich weiß nicht? Ich frage Alexander 🤗

          • Myriade
            7. Mai 2019 at 17:06

            Ja, bitte

          • Meermond
            7. Mai 2019 at 17:11

            Momentchen….

        • Antworten
          Alexander
          7. Mai 2019 at 17:24

          Jetzt sollte unter dem Artikel ein zusätzlicher „Teilen mit“ Knopf mit dem WordPress-Symbol auftauchen. Lass uns doch wissen, ob es geklappt hat! 🙂

          • Myriade
            7. Mai 2019 at 17:40

            Ja, hat geklappt. Danke !

          • Meermond
            7. Mai 2019 at 21:44

            Ich danke dir 🤗

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    7. Mai 2019 at 15:45

    Sehr schön dein Brief, leider gar nicht so weit hergeholt …

    • Antworten
      Meermond
      7. Mai 2019 at 16:08

      Danke dir. Als ich anfing zu schreiben, begann ich mit einem Gespräch zwischen der Uroma und ihrem Urenkel. Ich habe den Text in Ich- Perspektive verfasst. Dann fiel mir ein, dass die wenigsten wissen, dass mein Sohn bald 19 ist und die Uri sehr wohl ich sein könnte. Für diejenigen, die das nicht wissen, wirkt dann so ein Ichtext leider noch fiktiver.
      In meinem Kopf ist Uri mein Ich in (aus biolog. Sicht tatsächlich möglich) in viel zu wenigen Jahren 🤗
      Ja, einige der angesprochenen Szenarien halte ich tatsächlich für möglich. Einige sind auch schon eingetreten….

  • Antworten
    Ulli
    7. Mai 2019 at 15:06

    Liebe Meermond, ich weiß jetzt nicht, wohin meine Antwort an Annette verschwunden ist, ich hoffe, dass er noch da ist, nur für mich nicht sichtbar ist.
    Deinen fiktiven Brief finde ich gar nicht sooo fiktiv, wenn es so weitergeht, dann wird das bald bittere Relaität, meine Enkelkinder und deinen Kindern gilt mein ganzes Mitgefühl, wie überhaupt allen jungen und kleinen Menschen, ich selbst habe, wenn alles gut geht, noch ca. 20 Jahre vor mir und habe zeitlebens mich um die Umwelt und den Naturschutz gekümmert, gehörte zu der ersten Biogenearation, hatte in Berlin einen Bioladen mit 6 anderen Frauen (ja, den Laden gibt’s noch, nur mich nicht mehr dort), habe danach für Seminarteilnehmer*innen vegetarisch und vegan gekocht, fahre nur Auto, wenn ich muss, habe kaum etwas, das man überflüssig nennen könnte, benutze Olivenseife, statt Duschgels in Plastetuben usw. – mir tut dieses NA UND – oder die rethorische Frage an meine Adresse: Bist wohl auch so’ne Ökotante (hat die Emanze abgelöst 😉 )?, weh.
    Gut dich mit im Boot zu wissen und ja, es braucht Wissen und nicht diese Weichspülnachrichten, von fake news ganz zu schweigen.
    LiebeGrüße
    Ulli

    • Antworten
      Meermond
      7. Mai 2019 at 23:32

      Liebe Ulli, ich fand deine beiden Kommentare leider im Spam! Wäre ich sarkastisch, so hielte ich WordPress für einen Klimaleugner 🙂
      Ich bin Vegetarier, wasche seit Jahren meinen ganzen Körper incl Haare mit Seife. Seit einiger Zeit siede ich die selbst. Ich kaufe nur das Nötigste und klappere immer die Genbrugshäuser ab…ich bin also aus Überzeugung Ökotussi und gerne an Bord!
      Ich würde zu gerne lauter ins Netz hinaus schreien können! Erst heute Abend erschrak ich über einen Artikel über Grönland. Der ausgeschwemmte Sand sei Milliarden wert und könne so super als Baumaterial genutzt werden. Jeah, die Gletscher schmelzen, die Schlacht um Sande hat begonnen.
      Was soll ich dazu noch sagen 😢
      Liebe Grüße, Marion

      • Antworten
        Ulli
        8. Mai 2019 at 0:31

        Liebe Marion,
        das habe ich befürchtet heute Morgen, das meine Kommentare im Spam gelandet sind – wp spinnt gerade ziemlich, ich fische gerade auch einige aus dem Spam, auch solche, die sehr oft bei mir kommentieren, ja, da wundere ich mich auch und hege dann die eine und andere Vermutung …
        Es ist ein Grauen mit der Gier und den Menschen – Sand wird tatsächlich knapp, kein Wunder bei all dem Beton, aber umdenken geht ja nicht … nicht bei denen, die die ganze Maschinerie am laufen halten und genau das macht mich oft so unglaublich wütend und traurig und lässt meinen angeboren Optimismus in Pessimismus umschlagen.
        Bleiben wir einfach uns treu und bleiben wir auch laut!
        Herzliche Grüße, Ulli

        • Antworten
          Meermond
          8. Mai 2019 at 7:50

          Ja, ich würde tatsächlich gerne laut sein! Aber noch lieber möchte ich gehört werden. In unserer Zeit ist das schwer geworden, weil irgendwie jeder laut sein kann. Auf Facebook, auf Instagram, in Blogs und auch auf den Straßen.
          Es ist die Stille, die im heutzutage üblichen Lärm auffällt. Greta begann ihren Protest still und leise, doch angefüllt mit „Wut“ auf diejenigen, die das Sagen haben. Nun fangen die Obrigen an zu schreien und pochen auf ihre Macht. Aber schon meine Oma sagte mal: Wer schreit, hat meistens Unrecht. Dieses Mal ist es so!
          Ja, wir bleiben uns treu und standhaft und es tut mir gut, Menschen mit Einsicht um mich zu wissen, liebe Ulli.

  • Antworten
    Alexander
    7. Mai 2019 at 14:41

    Man findet in letzter Zeit immer häufiger Berichte, Artikel und Kommentare in dieser Richtung. So etwa den von Sascha Lobo auf heise.de: https://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Sascha-Lobos-Realitaetsschock-Ihr-seid-nicht-wuetend-genug-4415676.html
    Ich habe jedoch meine Zweifel, dass das System aus Politik und Lobbyisten zu Veränderungen gezwungen werden kann.

  • Antworten
    Meermond
    7. Mai 2019 at 13:50

    In diesem Zusammenhang erreichte mich ein Link zu folgendem Artikel:
    „Ihr seid nicht wütend genug!“
    Ich glaube, ich bin es schon und habe es hiermit öffentlich gemacht.

    https://www.heise.de/newsticker/meldung/re-publica-Sascha-Lobos-Realitaetsschock-Ihr-seid-nicht-wuetend-genug-4415676.html
    Lest auch die Kommentare.
    Und lernt.

  • Antworten
    Ruhrköpfe
    7. Mai 2019 at 13:13

    gruselig, hoffentlich kommt es nicht wirklich so

    • Antworten
      Meermond
      7. Mai 2019 at 13:48

      Ich befürchte doch. 🙁

      • Antworten
        Ruhrköpfe
        7. Mai 2019 at 14:33

        Waldsterben, saurer Regen, verseuchte Flüsse ohne Leben….seitdem ist viel Gutes passiert und ich hoffe, wir schaffen es noch, das Schlimmste zu verhindern

        • Antworten
          Ulli
          7. Mai 2019 at 15:00

          Der Regen ist immer noch sauer, wenn er überhaupt noch fällt … hier werden jedes Jahr die Fichtenmonokulturen mit Hubschraubereinsätzen gekalkt, was der saure Regen nicht in Gänze geschafft hat, schafft jeder der zu wenige Regen, hier gibt es ein riesiges Fichten-, aber auch Eschensterben, sprich der Wald stirbt immer noch … aus dem Rhein möchte ich hinter BASF in Basle immer noch nicht schwimmen, geschweige denn aus ihm trinken, noch immer ziehen keine Lachse mehr diesen Fluss hoch oder runter.
          Leider ist das so, liebe Annette …
          herzlichst
          Ulli

          • Meermond
            7. Mai 2019 at 23:19

        • Antworten
          Meermond
          7. Mai 2019 at 15:35

          Ich wünsche mir, dass ich mich mit diesem Artikel so sehr geirrt haben werde, wie ich es nie zuvor getan hatte. Es wäre sehr schön, läge ich falsch und du richtig 😍

          • Ruhrköpfe
            9. Mai 2019 at 9:25

            und doch sind solche Artikel sehr wichtig, damit wir alle aufwachen und endlich etwas dagegen unternehmen. Die Masse ist träge und braucht so viel Zeit, Gewohntes zu ändern. Danke dir

          • Meermond
            9. Mai 2019 at 11:15

            Schön gesagt. 😍

          • Ruhrköpfe
            9. Mai 2019 at 13:13

            merci 🙂

      • Antworten
        ingrid mateen
        8. Mai 2019 at 21:53

        ja seh ich auch. wird schwieriger etwas dazu zu sagen, ohne sich dann die dümmten kommentare anhören zu müssen … na und..mich hat auch völlig erschrocken, welche flut an missgunst die bewegung der kids for future ausgelöst hat!!! ich versteh das nicht!!! grauenhaft negative kommentare!!!absolute missachtung!!!keine wertschätzung!! mich macht das sehr betroffen, das hätte ich nicht erwartet und schon gar nicht in dem ausmass!! ich freue mich über jeden weckruf!!! aufwachen!!

        • Antworten
          Meermond
          9. Mai 2019 at 8:36

          Es ist erschreckend, wie „mächtig“ Dummheit ist. Das war sie schon immer und selbst die allgegenwärtige Freiheit, sich selbst entwickeln und lernen zu können, hat offenbar nichts an diesem Fakt ändern können. Und die derzeitige Frechkultur geht mir aus ziemlich auf die Nerven!
          Da helfen inzwischen wohl keine Weckrufe mehr, da braucht es einen Hammer auf den Kopp! Ich musste gestern in meinem Facebookprofil einen richtig agressiven Post verfassen, um die Menschen auf diesen Beitrag aufmerksam zu machen. Der höfliche Beitrag auf meiner Meermondseite brachte kaum Interesse!
          Ach wäre ich doch bloß ein Influencer, mein Hammer wäre groß….

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