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Fun Facts Dänemark
Dänemark entdecken Leben in Dänemark

Best 5 – Dänische Fun Facts

Der er et yndigt land – mit diesen Worten beginnt die Nationalhymne Dänemarks, das sich selbst als liebliches Land begreift.

Ich gebe den Dänen Recht, wir finden es auch äußerst lieblich hier. Meer, Natur, Wind und Zeit form(t)en eine Welt, die uns gut gefällt.

Unser Eindruck von Dänemark wäre aber nicht „komplett“, wohnten dort nicht Menschen, die uns immer wieder zum Staunen bringen. Nicht alle der „typisch dänischen“ Macken oder Tatsachen finden wir lustig, manche hingegen sind herrlich schrullig.

Heute stelle ich euch meine Top 5 dieser Schrulligkeiten vor.

1. Es gibt zwei Dänemarks – mindestens

Nordjütland und Sjælland mögen sich nicht. Beide Seiten überhäufen sich mit ironischen Vorurteilen und machen Witze übereinander.

Nordjütländer halten die Hauptstädter für eingebildet und besserwisserisch, wohingegen die Sjællænder überall Gummistiefel und griesgrämige Dummköpfe jenseits ihrer Küstenlinie vermuten. Jütländer sind all diejenigen, die zu Beginn der Besiedelung das Rechts-Abbiegen-Schild mit der Aufschrift „Hier geht´s nach Dänemark“ bei Kolding nicht lesen konnten und weiter geradeaus gewandert sind.

Es gibt also zwei Dänemarks? Mindestens, denn damit ist es noch nicht genug.

Dänemark Nordjütland Vorurteile
Jütländer sind doof und griesgrämig.

Der Süden Jütlands blickt auf den bauernhaften Norden herab, in dem die Bewohner stets Holzschuhe tragen und nur unter Alkoholeinfluss zu menschlichen Wesen werden. Tatsächlich tragen auf der nordjütischen Insel viele die schwarzen Clogs, aber nach Ansicht der Inselbewohner leben die größten Deppen der Nation eher in der Mitte, um genau zu sein in Randers. Dort fahren alle in Jogginghosen und Bier saufend auf dem Motorroller herum. Die Meldung, dass in Randers statistisch die meisten Sextoys von ganz Dänemark bestellt wurden, überraschte hier keinen. Wie gut, dass der Limfjord den Norden von all den Proleten und dänischen Pølsetyskern im Süden abtrennt.

2. Dänen verstehen sich selbst nicht

Schon wenige Kilometer Distanz der Wohnorte reichen aus, um Arbeitskollegen in der Kantine zu verwirren. Im Dänischen genügt manchmal ein minimales Abändern eines Vokals, um einem Wort einen komplett anderen Sinn zu verleihen. Kommt da noch ein regionales Verbinden oder Verschlucken der Konsonanten dazu, wird es schwer. Richtig spannend wird es, wenn spezielle Ausdrücke gebraucht und Szenen, wie sie im folgenden Video persifliert werden, ein kleines bisschen Realität werden:

„Dänisch ist zu einer Aneinanderreihung sinnloser, gutturaler Laute kollabiert.“

Als wir nach eineinhalb Jahren Dänischunterricht von unserem Nachbarn begrüßt wurden, fiel nicht nur unsere Kinnlade auf den harten Boden der Tatsachen. Nach „Hej“ verstanden wir nämlich nichts mehr und nicht einmal das klang so wie wir es gelernt hatten. In Noårjylland (iron. Nordjütland) spricht man eine Sprache, die man nur schwer in den bekannten Wörterbuchern findet: Vendelbo mål und viele andere nordjütische Dialekte, Jysk eben.

Ich habe oben erwähnten Nachbarn und seine Frau gebeten, ein paar Wendungen einzusprechen, die ich auf einem selbstironischen Plakat gefunden habe. Es ist erstaunlich, was und vor allem wie viel (!) Dialekt aus nur einem Wort machen kann! Einfach auf die Buttons drücken und den Stimmen Noårjyllands lauschen, die aus Rigsdansk (Standartdänisch, im Bild geschrieben und im Untertitel übersetzt) etwas komplett anderes machen können:

Dänische Dialekte Lækkert
Lecker / Schön!
Dänische Dialekte Godt
Verdammt gut!
Dänische Dialekte Bras
So ein Mist!
Dänische Dialekte Nok
Wir schaffen das.
Dänische Dialekte Snevejr
Ein schreckliches Schneewetter!
Dänische Dialekte Sjællænder
Mach mal Platz, Sjællænder!
(Höfliche Übersetzung
😉 )
Dänische Dialekte Gummistiefel
Verfluchte Gummistiefel, die scheuern!
(Klischee: siehe Punkt 1)
Dialekt Nordjütland 9
Dummkopf!
Dänische Dialekte Seltsam
Das ist richtig sel
tsam. (sgu ist ein Verstärkungswort,
teilw. derb: verdammt)

3. Hvabehar – Ja wie…?

Königin Margrethe erhielt zu ihrem 50. Geburtstag Teppiche mit der Geschichte Dänemarks nach Entwürfen des Künstlers Bjørn Nørgård als Geschenk. Deren Herstellung dauerte bis zu ihrem 60. Geburtstag und heute schmückt ein 17-teiliger, farbenprächtiger Wandschmuck den Rittersaal des Schlosses Christiansborg. Von der Studienreise nach Kopenhagen brachte der große Sohn die Information mit, dass die Königin ihre eigene Darstellung im Wandteppich hässlich finde. Ihr Grabmahl im ➡ Dom zu Roskilde erstellte sie aber mit eben demselben Künstler. Ja wie? Über Geschmack lässt sich bekanntlich streiten und dänische Ansichten sind sowieso manchmal schwer zu verstehen.

So verfüttert man hier Giraffen vor den Augen entsetzter Zoobesucher an Raubkatzen und im Kinderfernsehen gab es einst die Sendung „Gæt en lort“. Darin ging es darum, gefundene ***haufen dem Tier zuzuordnen, das sie hinterlassen hatte.

4. Karneval im Mai

Im Februar ist Fasching und viele Länder feiern die „fünfte Jahreszeit“. In Nordjütland schlägt man zu Fastelavn wie in ganz Dänemark üblich auf Holzfässer, um ➡ „die Katze aus der Tonne“ zu schlagen. Das ganze ist eine ziemlich gesittet ablaufende Prozedur, die ich heuer erst dann spaßig fand, als ich den Holzknüppel gegen Thors Hammer eintauschen durfte:

Karneval Aalborg
Karnevalisten auf der Limfjordbrücke

Karneval, wie ihn sich wohl viele vorstellen, wird erst im warmen Mai gefeiert.

Dann aber wild, hemmungslos und an manchen Tagen mit reichlich Alkohol.

Jedes Jahr legen mehr als hunderttausend Menschen eine halbe Stadt lahm und tanzen wild feiernd durch ➡ Aalborg.

Im Kildeparken beim Bahnhof finden viele Konzerte statt und leicht bekleidete Sambagruppen ziehen durch die Straßen.

Der Verkauf der Armbänder für den Karneval 2019 [17.-25. Mai] ist bereits im Gang. Angeblich soll es dieses Jahr größer werden als je zuvor. Sogar ➡ Djämes Braun mit seinen anscheinend ewig beliebten „Fugle“wird zum Event erwartet.

Auf zum Karneval im Mai – hvorfor ikke, hvorfor ikke (Warum nicht, warum nicht?) 😁

5. Legale Piraten

Pssssssst – die Dänen sind nicht nur Nachfahren der Wikinger. In ihren Adern fließt auch das Blut von Piraten!

Wikinger Dänemark
In Dänischen Adern fließt Wikinger- und Piratenblut.

Nach dem Raub der dänischen Flotte im Englandkrieg [1807 – 1814] begannen die Dänen umgehend mit dem Bau von Kanonenbooten. Diese nahmen den Kampf mit den Engländern auf und schützten so die Getreidelieferungen nach Norwegen. Als schließlich staatliche Freibriefe ausgestellt wurden, welche Privatleuten das Kapern von schwedischen und englischen Kriegs- und Handelsschiffen erlaubte, kam deutlich Bewegung in das Ganze. Nordjütische Kaufmänner statteten ihre Schiffe mit Kanonen und kampflustigen Männern aus und gingen von Sæby und ➡ Skagen aus auf den legalisierten Raubzug. Der größte Kaperkapitän von allen wurde in Sæby übrigens der erste vom Volk gewählte Bürgermeister.

Humor haben sie wirklich, die Dänen. Ich verstehe zwar nicht alle ihre Witze, aber es macht Spaß, mit ihnen zu lachen. Es war irre lustig, mit den Nachbarn die Tonaufnahmen zu machen und sich mit ihnen über die sprachlichen Wirrungen und Irrungen des Landes zu amüsieren.

Tak for sidst!

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10 Kommentare

  • Antworten
    Projekt Klangkarte - so klingt Dänemark - Meermond
    25. April 2019 at 13:39

    […] Wie überall auf der Welt ist die Lautstärke der Menschen abhängig vom Temperament. Und wo mehrere Menschen aufeinander treffen, da wird es automatisch lauter und Gespräche verwandeln sich irgendwann in Geschrei. Dennoch behaupte ich, dass Dänen ruhigere Menschen sind als zum Beispiel Südeuropäer. Wäre ich zynisch, so führte ich dies auf die Nuscheligkeit der dänischen Sprache zurück, die die Menschen dazu zwingt, ihre Lippen beim Sprechen nicht vollständig zu öffnen. [ ➡ hier kannst du hören, wie das klingt] […]

  • Antworten
    freiedenkerin
    6. April 2019 at 18:08

    Das sind recht schräge und interessante Fun Facts. 😀 Ich habe mich beim Lesen grade sehr amüsiert.
    Herzliche Grüße!

    • Antworten
      Meermond
      6. April 2019 at 22:29

      Herzliche Grüße zurück 😍 ich habe mich beim Schreiben auch amüsiert. 😁 ich bin sicher, dass ich noch weitere Schrulligkeiten entdecken werde. 😁

  • Antworten
    bodyguard4you
    4. April 2019 at 19:01

    was macht eigentlich mein Lieblings-Däne (Flemming Povlsen) heute … *grübel*

    • Antworten
      Meermond
      5. April 2019 at 20:41

      Ich weiß nicht einmal, wer das ist ….?

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    4. April 2019 at 17:36

    Hihi, einfach nur herrlich! Die Nordjütländer verständigen sich hauptsächlich mit einsilbigen Grunzlauten! 😀
    Die Übersetzungen die deine Nachbarn dir geliefert haben sind auch grosse klasse!

    • Antworten
      Meermond
      4. April 2019 at 18:43

      Also manchmal klingt das in meinen Ohren wirklich wie ein Grunzen 😁
      Poul und Jytte waren wirklich große Klasse 👍

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