Meermond
Dänemark als Urlaubsland
Reisen in Dänemark

Alle wollen jetzt plötzlich nach Dänemark!

„Alle wollen jetzt plötzlich nach Dänemark. Das finde ich so schrecklich“, schreibt mir eine Leserin zum letzten Beitrag und möchte mir am liebsten meinen Stift verbieten. Meine Reisetipps sollte ich in Zukunft lieber weniger öffentlich weitergeben, um nicht noch mehr Touristen ins Land zu locken. Sie schrieb diese Worte natürlich mit einem Augenzwinkern. Doch die Tatsache, dass Dänemark als Urlaubsland zum Trend geworden ist, gibt nicht nur ihr inzwischen Anlass zum Nachdenken.

Dänemark gehört seit jeher zu den beliebten Reisezielen der Deutschen. War es in den 70ern noch etwas exotisch, von einer Reise in das nördliche Nachbarland zu erzählen, tummeln sich heute viele „Herzensländer“ in den sozialen Medien. Jedes Jahr werden es mehr, für die sich Dänemark in ein geliebtes Reiseland verwandelt hat.

Was sind die Gründe dafür?

dänische Nordsee Strand
„Natürlichere Meeres-Natur“ [Antwort bei Instagram]

„Die Deutschen kommen“

Mit dieser Überschrift leiteten die angehenden Journalisten Nicolai Grau und Simon Kjær eine Reportage* über deutsche Touristen in Dänemark ein. Der gewählte Titel ist meiner Meinung nach etwas reißerisch und hinterlässt bei mir einen eher (geschichtlich bedingten) sauren Nachgeschmack. Doch gehen die Jungreporter in ihrem Beitrag der berechtigten Frage nach, warum die Deutschen so gerne in ihr nördliches Nachbarland reisen.

2018 gilt als Rekordjahr für die dänische Tourismusbranche: Mit 53,9 Millionen Übernachtungen war die Zahl seit 2009 um 11,7 Millionen angestiegen**. Dänen urlauben gerne, genau wie die Deutschen, im eigenen Land und viele von ihnen haben auch ein Ferienhaus. Doch inzwischen zieht das Inselreich jedes Jahr mehr Touristen aus dem Ausland an. Der Anteil ausländischer Übernachtungen erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent. Von jenen 27,6 Mio. machten die Deutschen mit 15,7 Mio. einen Anteil von 57 Prozent aus und sie sind damit der größte Markt für den dänischen Tourismus geworden.

Ferienhaus in Dänemark
„Die Häuser haben eine Toplage und Topausstattung.“ [Antwort bei Instagram]

„Turismen skaber vækst og velstand i Danmark … Og arbejdspladser, som ikke kan flyttes ud af landet“**

Tourismus sorgt für Wohlstand und Wachstum in Dänemark – und sichert Arbeitsplätze im Land. Mit der Marke Dänemark als Urlaubsland kann man viel Geld verdienen und die bei Visitdenmark veröffentlichten Zahlen schließen mit unfassbaren 128 Milliarden Kronen Einnahmen aus dem Jahr 2017. Verständlich, dass man aus diesem Wirtschaftssektor das Maximum herausholen will und ihn daher weiter auszubauen plant. Dabei müssen unterschiedliche Ansätze und Voraussetzungen beachtet werden, denn Touristen sind nicht gleich Touristen.

Städtetouristen haben erfreulich hohe Tagesausgaben von 2150 kr. bei kurzem Aufenthalt. Ihnen stehen durchschnittliche 750 kr. der Natur- und Küstentouristen gegenüber, die allerdings längere Zeit im Land bleiben.

Kopenhagen Nyhavn
„Weil die dänische Lebensart einfach Hygge ist und das gibt´s nur dort.“ [Antwort bei Instagram]

Dänemark als Urlaubsland – Gründe für Städtetouristen

2017 hat Visitdenmark Touristen der dänischen Großstädte gebeten, die Relevanz unterschiedlicher Bedingungen einzuschätzen. Die Antworten der Befragten, die mit „in hohem Grad“ bis „maßgeblich“ geantwortet haben, wurden schließlich ausgewertet und liefern folgende 10 Gründe für einen Besuch dänischer Städte:

  1. Atmosphäre und Stimmung
  2. Freundlichkeit der Einheimischen
  3. Sicheres Reiseziel
  4. Sehenswürdigkeiten und Attraktionen
  5. Sauberes und umweltfreundliches Reiseziel
  6. Dänische Kultur
  7. Städteleben
  8. Kultur und Kunst
  9. Gute Übernachtungsmöglichkeiten
  10. Geschichtliche Attraktionen
Aarhus Aros
„Nicht so überlaufen, nicht so warm.“ [Antwort bei Instagram]

Das Lebensgefühl und die Atmosphäre, die dänische Städte ausstrahlen, wirken auf 71% der Befragten mehr als positiv. Bei meiner Recherche bei Instagram wurden die Antworten „Hygge“ und „Stimmung“ ebenfalls am häufigsten angegeben.

„Weil die anderen einfach nicht wissen, wie schööööön Dänemark ist“ [Antwort bei Instagram]

Doch, das wissen die anderen sehr wohl. Der Anteil der Touristen, die die Küste und die Natur Dänemarks erkunden wollen und dort übernachten, macht insgesamt 71 Prozent aus! Allein in Nordjütland konnte man im letzten Jahr 7,8 Mio. Übernachtungen zählen! Und hier oben gibt es fast ausschließlich „schöööööne“ Natur. Noch gilt der Norden Dänemarks als kleiner „Geheimtipp“ unter den Touristen, denn es urlauben mehr Dänen hier als ausländische Gäste. [im Vergleich dazu: Westjütland wird zu 70 % von Ausländern bereist.]

Doch die nordjütische Tourismusbranche rührt bereits eine Weile fleißig die Werbetrommel. Man wendet sich dabei gezielt an den deutschen Markt und scheint damit Erfolg zu haben. In diesem Sommer mehrten sich die (virtuellen) Stimmen derjenigen, denen die Menschenmenge an den Stränden langsam zuviel wird.

Blokhus Seezeichen
„Weil es einfach eine bezaubernde, abwechslungsreiche Natur hat.“ [Antwort auf Instagram]

Als ich vor Kurzem bei Instagram die Nachricht weitergab, dass man in Blokhus plant, einen riesigen Hotelkomplex zu bauen, war die Reaktion unter meinen Followern heftig. Ich erhielt sehr viele Protestmitteilungen, die zu beantworten mich viel Zeit gekostet hatte. Die Deutschen hängen an „ihrem“ Dänemark und das sollte im Idealfall so bleiben, wie sie es seit Jahren kennen und lieben.

„Warum kommen die trotz des miesen Sommerwetters hierher?“, fragte mich oben genannter Jungreporter in einem Interview. Die Antworten, die ich bei meiner eigenen Recherche erhielt, gingen alle in die gleiche Richtung und lassen sich wie folgt zusammenfassen:

Dänemarks Natur ist eine Reise wert.

Egal, bei welchem Wetter.

Urlaub in Dänemark: Gründe für Ferienhausurlauber

Die meisten Urlauber, die in die dänischen Küstenregionen reisen, übernachten in einem Ferienhaus. Sie wollen die Lage in den Dünen und die Nähe zu den rauschenden Wellen genießen. Das Wetter spielt für sie keine Rolle.

Urlaub in Dänemark: Frau am Strand
„Um der Hektik zu entkommen.“ [Antwort bei Instagram]

Die Antworten bei Instagram decken sich mit den 10 Gründen, die Visitdenmark auflistet:

  1. Freundliche Bevölkerung
  2. Strand, Küste und Meer
  3. Sicheres Reiseziel
  4. Gute Übernachtungsmöglichkeiten
  5. Sauberes und Natur schonendes Reiseziel
  6. Kinderfreundlichkeit
  7. Natur
  8. Stimmung und Atmosphäre
  9. Günstig
  10. Dänische Kultur
Schild Aalborg Streetfood
„Die Dänen sind sehr freundlich, ohne ZU freundlich zu sein.“ [Antwort bei Instagram]

Die Dänen wurden durchweg als sehr freundlich eingeschätzt. Die „Art der Dänen“ [Antwort bei Instagram] scheint den Deutschen besonders zu gefallen.

👉 Hygge ist seit Jahren ein Trend in Deutschland und hier in Dänemark kann man vor Ort erleben, wie sich hyggeliges Leben anfühlt:

„Dort ist alles so unkompliziert. Die Bezahlung, die Buchung, keine Kurtaxe.“

„Hier oben geht´s einem einfach besser.“

„Dänemark ist einfach ein entspanntes Land. Und vor allem ein sehr kinderfreundliches Land.“

Ich könnte noch unzählige Nachrichten zitieren, die mich erreicht haben. Zusammengefasst würde ich sagen, die Urlauber, die Dänemark als ihr Herzensland entdeckt haben, brauchen keine Touristenbespaßung oder weitere Attraktionen. Ihnen reicht, was sie bereis hier finden:

Ruhe, Natur, Hygge, Entschleunigung, Natürlichkeit und eine Umgebung, in der man Raum zum Atmen hat.

Physisch wie psychisch.

Und außerdem, so eine weitere Nachricht, „gibt es einen Blog, der erinnert immer an die Einzigartigkeit Dänemarks“. 😘

Na dann!

Ich danke den vielen Menschen bei Instagram, die mir Gründe zum Thema »Dänemark als Urlaubsland« genannt haben. Ich erhielt über 250 Nachrichten, die ich hier leider nicht alle zitieren kann. Wir alle sind uns darin einig, dass das kleine Land einfach wunder“schööööön“ ist! Für die zusätzlich erhaltenen Komplimente für unseren Blog bedanke ich mich an dieser Stelle noch einmal ganz herzlich. 💕

Quellenangaben:

https://simonkjaer8.wixsite.com/tysketurister?fbclid=IwAR0zVCMariUe2RNFm5-LB_7M_mxZFE8u5ejH0-MeVl3oqx17WP1oSrQYU1E

** Daten und wörtliche Zitate aus: https://www.visitdenmark.dk/api/drupal/sites/visitdenmark.com/files/2019-05/Turismen%20i%20Danmark%202019.pdf


 

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28 Kommentare

  • Antworten
    Ralph Pangerl
    17. Oktober 2019 at 16:32

    Das Ferienhaus auf Deinem Bild kenn ich doch!
    Dänemark ist jedes Jahr eine Reise wert!
    Bis nächstes Jahr 22.08.!
    Wir freuen uns schon wieder riesig drauf!
    Die zwei Dutzend Urlaube in Dänemark krieg ich noch voll!😉😊

    • Antworten
      Alexander
      18. Oktober 2019 at 22:04

      Gut erkannt! Und die zwei Dutzend schafft ihr locker! 😉

    • Antworten
      Meermond
      18. Oktober 2019 at 23:54

      I aa 😍

  • Antworten
    Thomas
    16. Oktober 2019 at 15:51

    Ein weiterer Grund ist : die Lebenshaltungskosten sind fast identisch. Früher war DK sehr viel teurer. Ausserdem denke ich auch das Sicherheit eine größere Rolle spielt.

    • Antworten
      Alexander
      18. Oktober 2019 at 22:04

      Ja, es ist wirklich nicht mehr viel teurer, als in Deutschland. Wenn man beim Einkaufen gut vergleicht. Was die Sicherheit angeht, so ist es wohl wirklich noch etwas besser, als in anderen Ländern. Aufpassen muss man trotzdem!

  • Antworten
    K.M. Fantasy World
    14. Oktober 2019 at 18:35

    Vor 38 Jahren war ich zum ersten Mal in Dänemark. Anfangs im Kinderwagen durch die Natur geschoben, es gibt ein Foto wo ich faul mit Pempershintern da liege und meine Eltern dumm beobachte wie sie mir das krabbeln vormachen.
    In den Jahren lernten wir Einheimische kennen und reisten jede Schulferien in deren Ferienhaus.
    Sogar ein „Stadthaus“ war eine Weile unser Ziel.
    Es sind schöne Kindheitserinnerungen die ich mit Dänemark verbinde und so manche Anekdoten muss ich mir noch heute anhören.
    Denn noch heute fahre ich mindestens einmal im Jahr nach Dänemark, denn es fühlt sich auch nach einem Stück Heimat an.
    In der Tat wird der Tourismus sehr ausgereizt und ein Teil von mir versteht die Gründe.
    Doch bin ich manchmal etwas peinlich beschämt wenn mir ein 50km langer Autowurm am Tag des Bettenwechsels entgegen kommt.
    Ich hoffe das Dänemark für sich das Optimum aus dem Touristen holt um diese anstürme zu ertragen doch dadurch nicht den Charme verliert weswegen wir das Land zwischen den Meeren so lieben.

    • Antworten
      Meermond
      14. Oktober 2019 at 21:18

      Hallöle, da ist ja noch ein alter Dänemarkhase! Und die ewigen Anekdoten gibt es offenbar auch nicht nur in meiner Familie! 😉 Wenn sich ein Urlaubsland wie Heimat anfühlt, dann ist es das richtige Land. Die Sache mit der Fremdscham kenne ich. Es ist irgendwie seltsam und dennoch nachvollziehbar. Tourismus ist ein Wirtschaftszweig, der viel Geld ins Land bringt und viele Arbeitsplätze schafft. Was einerseits gut ist, bringt immer negative Folgen mit sich. Kennst du den Artikel, in dem ich mich selbst ein wenig hinterfragte? https://meermond.de/travelblogger-die-frage-nach-der-verantwortung/
      Schwieriges Themna, mit dem wir alle sehr sensibel umgehen müssen.
      Übrigens, wenn du mal in der Nähe bist, sag bitte Bescheid. Eine Tasse Tee vor deinem »Dicken« zum Austausch unserer Anekdoten fände ich echt lustig.
      Liebe Grüße, bis bald!

  • Antworten
    seelenkarussell
    13. Oktober 2019 at 20:21

    Dänemark ist aber auch wunderschön❣

  • Antworten
    Birgit Rentz
    13. Oktober 2019 at 20:00

    Für meinen Mann und mich ist Dänemark längst zur zweiten Heimat geworden. Mit Mitte 50 brauchen wir keine Flugreisen mehr und müssen auch nicht mehr tausend Kilometer Richtung Süden fahren, um in den Bergen Urlaub zu machen. Für uns Schleswig-Holsteiner ist es nach Westjütland ein Katzensprung und wir genießen es, selbst in den am stärksten frequentierten Urlaubsorten unsere Ruhe zu finden. Auch das wunderschöne Nordjütland erreichen wir in wenigen Stunden. Bevorzugt reisen wir im Juni und im September, also kurz vor oder kurz nach den Sommerferien. Gerade in diesen Monaten sind die Temperaturen meist sommerlich, und wenn nicht, lockt am Abend der Ofen im Ferienhaus.

    Tatsächlich ist es in den letzten Jahren auch in der Nebensaison voller geworden. Spürbar ist das aber meist nur mitten im Ort und in der Nähe von Parkplätzen, Attraktionen oder Strandzugängen. Dehnt man seine Spaziergänge aus, hat man riesige Strandabschnitte, Dünen- oder Waldgebiete ganz für sich allein …

    • Antworten
      Meermond
      14. Oktober 2019 at 21:35

      Hej Birgit!
      Wenn ein Land zur zweiten Heimat geworden ist, dann ist es gut gewählt. Die Urlaube fühlen sich gut an und man holt sich all das, was man braucht. Körper und Seele atmen auf, stimmt´s?
      Ich hoffe, die Tourismusbranche geht sensibel mit dem Ausbau um, denn was im Extremfall herauskommen kann, das sieht man im Mittelmeerraum oder auch auf Sylt. Noch hat Dänemark die Möglichkeit, sogenannten sanften Tourismus und Slowtravel zu seiner »Marke« zu machen. Meiner Meinung nach würde das am besten zum Land passen.
      Wäre ich jetzt ein Influencer, so riefe ich einfach eine Parole ins Internet hinaus: DÄNEMARK MUSS SLOW!
      Liebe Grüße

      • Antworten
        Meermond
        14. Oktober 2019 at 21:36

        PS: Und soeben ist in meinem Kopf die Idee zu einem neuen Beitrag aufgeploppt. Plopp.

      • Antworten
        Birgit Rentz
        15. Oktober 2019 at 19:18

        Ja, genau, Dänemark muss slow! Und bloß keine Frittenbuden an den Strand! Mich stören ja schon die Autos in Vejers Strand, Blokhus usw.

        • Antworten
          Meermond
          15. Oktober 2019 at 21:42

          Ich bin gespannt, was mir für diesen Artikel so alles einfallen wird. Ich glaube, das wird was Längeres…Plopp 😉

  • Antworten
    Christine
    13. Oktober 2019 at 19:08

    Danke Marion für diesen Bericht, der sehr interessant für mich ist. Was mir noch dazu einfällt, ist auch so ein klein bisschen Wut, dass nun alles das toll finden, für das man früher doch auch leicht mal belächelt wurde- nach Dänemark in den Urlaub fahren. Wir erleben hier in unserem Stadteil gerade etwas ähnliches: Unser etwas verschlafener Stadteil galt jahrelang als unmöglich und asozial. Die Stadt Hamburg hat nun hier ein paar Attraktionen geschaffen und nun wollen alle auf einmal hierher und finden nun alles mit einemmal soo toll. Wut überfällt mich dann, wenn genau die gleichen Leute, die früher die Nase gerümpft haben, hier nun mit einer Selbstverständlichkeit Kaffee trinken gehen, durch die Gegend radeln und spazieren, als wäre es alles nun ihrs. Wahrscheinlich bin ich aber auch jemand, der da ein bisschen empfindlich reagiert- es war „mein“ verwunschenes, stilles und leeres Dänemark und „mein“ Stadtteil mit den vielen alten Bäumen, den idyllischen verträumten Ecken. Ich muß nun auch lernen, dass diese Zeiten vorbei sind und das Beste draus machen. Liebe Grüße

    • Antworten
      Meermond
      13. Oktober 2019 at 19:41

      Liebe Christine,
      viele Trends stimmen merkwürdig und manche verschwinden so plötzlich wieder wie sie gekommen sind.
      Was die Ausweitung des Tourismus geht, so glaube ich nicht an einen Rückgang. Es wird immer mehr gereist. Überall hin. Ruhe wird es immer weniger geben.
      Leider.
      Machen wir das Beste draus!
      Liebe Grüße aus Nordjütland 🇩🇰

  • Antworten
    Walfischbucht
    13. Oktober 2019 at 18:29

    „Plötzlich“ … Muss schmunzeln. Weil ich mich daran erinnere, wie wir in den 70gern auf der alljährlichen Strecke Richtung Ringkøbing in Skæbæk als Kinder quasi einen festen Eiskaufstopp hatten, weil da jeden Bettenwechselsamstag unausweichlich die deutschen Urlauber in beiden Richtungen im Autostau standen und also auch ich mit den Eltern. Das sind eben Zyklen. Die Häuser und die Ferienhausgebiete sind größer geworden und die Urlauber anspruchsvoller; aber gut zu hören, dass die Dänen trotz Grenzkontrollen weiterhin oder wieder mehr als Urlaubsland beliebt sind. – (Komme selbst gerade von Bogø/Møn/Sjælland zurück; muss nicht immer Nordsee sein.)

    • Antworten
      Meermond
      13. Oktober 2019 at 19:50

      Dieses Plötzlich stammt nicht von mir, es ist ein Zitat 😉 Auch ich bin in den 70ern schon in so manchem Stau gestanden.
      Aber in der Tat ist Dänemark als Urlaubsland präsenter in den Medien geworden als es noch vor wenigen Jahren der Fall war. Und ich bemerke ebenfalls eine Zunahme an Menschen vor allem in den Sommermonaten. Besonders an den Stränden der Ostsee, die bekanntlich nicht so weit sind wie an der Nordseeküste.
      Um Møn beneide ich dich. Da will ich selbst so gerne mal hin 😍
      Ganz herzliche Grüße 🙋‍♀️

      • Antworten
        Walfischbucht
        13. Oktober 2019 at 20:44

        Ja, das hatte ich auch als Zitat verstanden. Ich kann das Gefühl ja auch verstehen, denn natürlich gibt man sich gern der Illusion hin, als Gast jemand/etwas Besonderes zu sein und alles für sich haben zu dürfen. – Jetzt in der Woche vor den dänischen Herbstferien war der Andrang auf und um Møn ja auch sehr überschaubar. Am Klint war natürlich Betrieb, aber an der Hjelms Bugt konnte man fast allein am Strand langdackeln und bei Sprove ungestört das Hügelgrab von Kong Asgers Høj inspizieren 🙂 . Grüße retour!

        • Antworten
          Christine
          13. Oktober 2019 at 21:35

          Ich habe in den 70ern diese Staus nicht erlebt. Nun war mein Vater aber auch Segler und hat uns in die entlegeneren Gebiet „entführt“. Eine Illusion, dass man als Gast etwas Besonderes ist, glaube ich, war es damals in den 60ern und 70ern zumindest nicht für uns- ich kann mich erinnern, das wir immer sehr willkommen waren und gerne gesehen,oder man hat uns zumindest das Gefühl gegeben, wir seien etwas besonderes. Nun komme ich aber auch aus einer Künstlerfamilie und mit dem Boot unterwegs sein ist auch noch mal etwas anderes, als an einem festen Ort zu sein. Ich kann mich an so schöne Begegnungen erinnern und an Freundschaften mit Dänen, die weit über einen einfachen Urlaubsbesuch hinausgingen.
          Ich bin auch als Kind und junges Mädchen stundenlang durch stille Wälder gestreift und am menschenleeren Strand entlang gelaufen und fühlte mich so unendlich frei und froh. Das ist heute sicher auch noch möglich, aber nicht mehr so. Es ist nun mal alles erschlossener und professioneller. Die dänischen Ferienhäuser waren viel bescheidener und der Urlaub dort auch. Aber das ist ja in allen Bereichen so, weil wir inzwischen so „reich“ sind wie wir es damals nicht waren.
          Ich denke dass so viele nach Dänemark wollen in unseren heutigen Zeiten hat damit zu tun, dass alle nach dem Hygge und nach dem Ruhigen Sehnsucht haben. Heute fährt eine andere Art von Menschen nach Dänemark mit einem anderen Ziel als damals, dass ist zumindest meine Einschätzung.Und davon gibt es deutlich mehr, vor allem in der Hauptsaison. Und Mön ist auch nicht so sehr „in“ wie die Nordseeküste, ich fand es eher leer und überschaubar.

  • Antworten
    Heike Pfennig
    13. Oktober 2019 at 18:09

    Was macht Dänemark so einzigartig, kann man gut auf meiner Homepage forschen. Bisher macht es Einzigartig, dass keine Kalten Hafenpromenaden gebaut werden, keine Legohäuser überall entstehen, das Flair der kleinen Städte erhalten wird, die Ferienhäuser noch bezahlbar sind und vor allen, dass die Strände noch so leer sind. Ich kann Strand, Meer und Hygge genießen mit allen Sinnen. Je mehr sich Dänemark aber anpasst, je mehr Römö zu Sylt verkommt und je mehr Urlauber kommen, je mehr verliert es seine Einzigartigkeit. Geld verdienen ist toll, aber es sollten nicht die deutschen Fehler wiederholt werden. Ich fahre nach Dänemark um im bezahlbaren Ferienhaus zu wohnen, kleine Museen zu besuchen, in kleinen Städten zu bummeln und die einsamen Strände zu genießen. Bitte Dänemark bleib wie du bist. Liebe Grüße aus Dresden

    • Antworten
      Meermond
      13. Oktober 2019 at 19:44

      Liebe Heike, vielen Dank für deinen Kommentar!
      Deinen Wunsch, Dänemark möge so bleiben wie es ist, kann ich sehr gut nachvollziehen. Und viele andere wohl auch.
      Tourismus auszubauen ist ein zweischneidiges Schwert und erfordert viel Feingefühl. Mal sehen, wie viel die freundlichen Dänen davon (weiterhin) haben werden.
      Liebe Grüße aus Nordjütland 🙋‍♀️

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    13. Oktober 2019 at 17:56

    Das mit dem sehr kinderfreundlich finde ich auch. Es gibt hier wirklich viele Angebote für Kinder. Dass es „Hygge“ nur in Dänemark gibt, halte ich dagegen für ein Märchen. Die Briten z. B. sind auch sehr begabt in Sachen „Hygge“.

    Ich finde das mit den wachsenden Touristenzahlen witzig, weil die Dänen damals als die Mauer fiel so besorgt waren, dass sie jetzt alle Touristen an die ostdeutschen Küstenorte verlieren würden.

    Was Sicherheit angeht, ist Kopenhagen jetzt international auf der Liste der nicht mehr sicheren Städte (Schiessereien, Explosionen).

    Also kommt alle nach Nordjütland, da ist die Welt noch in Ordnung!!! 😉 🙂

    • Antworten
      Meermond
      13. Oktober 2019 at 19:08

      Dass Kopenhagen ein unsicheres Pflaster geworden ist, habe ich letzten Sommer ziemlich deutlich gesehen. Ich saß neben einem Einschussloch einer Restaurantscheibe…
      Natürlich sind die Zahlen, auf die ich mich bezogen habe, vom Tourismusverband und die bügeln sich Unebenheiten glatt 😏
      In Nordjütland ist wirklich einiges mehr in Ordnung, aber das sollte man sich irgendwie auch erhalten. Die örtlichen Tourismusverbände sehen das eher nicht so…😏

      • Antworten
        Stella, oh, Stella
        13. Oktober 2019 at 20:07

        Verständlich … und trotzdem gibt es noch Plätze, wo nicht viele Leute hinkommen … 😉

        • Antworten
          Meermond
          14. Oktober 2019 at 21:37

          Hoffentlich gibt es die noch eine Weile 😉

          • Stella, oh, Stella
            14. Oktober 2019 at 22:31

            Solange da keine Toiletten oder Kioske hingebaut werden … 😉