Meermond
typisch dänisches Ferienhaus in Dänemark
dänische Kultur Traditionen

Dänische Kultur: Was ist denn eigentlich "typisch dänisch"? [1]

Über die Dänen und deren Kultur im gelebten Alltag wussten wir vor unserem Umzug kaum etwas. Ich denke, das geht vielen Deutschen nicht anders. Im November 2014 bezogen wir unser Haus inmitten einer dänischen Vorstadtsiedlung und inzwischen haben wir viel gelernt. Die Tage, an denen wir uns wundern, werden weniger. Denn nun wissen wir, wie sie eben so sind, diese Dänen. Typisch dänisch eben.

Immer wieder werden Studien und Beiträge publiziert, in denen man Dänen zu den glücklichsten Menschen der Welt zählt. Sogar ihre Babys schreien weniger als britische oder gar kanadische*! Und es sind wohl noch immer unsere Kinder, die aufgrund der Lautstärke in der Menge auffallen. Sind unsere Kinder unglücklicher? Ich glaube nicht. Wir sind eben typisch deutsch und deswegen manchmal anders.

Was machen die Dänen anders als wir Deutsche? Was macht sie daher so glücklich?

Ich zeige euch, was ich während der vergangenen fünf Jahre als typisch dänisch kennengelernt habe.

1. Dänen sind Familienmenschen

Ein zufriedenes Miteinander im täglichen Leben ist den Dänen sehr wichtig und an erster Stelle steht dafür die Familie. Nach der Arbeit dreht sich alles um Familie und Kinder, genau wie am Wochenende. Einen Termin für eine Eigentümerversammlung für den Samstag vorzuschlagen, wird mit Gelächter beantwortet. Der typische Däne verbringt seine Freizeit mit Sport, Spiel oder regem Vereinsleben. Doch auch unspektakuläre Hygge mit der Familie vor dem Fernseher gilt als anerkannte Freizeitbeschäftigung. 

In den Schulferien bieten viele Einkaufszentren ein täglich wechselndes Familienprogramm an, Bibliotheken gleichen Indoorspielplätzen und Kinder sind überall nicht nur willkommen, sondern selbstverständlich.

Kinderanimation in dänischem Einkaufszentrum
Ferien im Einkaufszentrum

Das komplette öffentliche Leben ist darauf eingerichtet, eben nicht nur Erwachsene zu kennen, die sich selbst um ihre mitgebrachten Kinder kümmern müssen. Überall gibt es Kinderbereiche. Es steht nicht nur ein Kinderstuhl im Restaurant, sondern viele. In Kirchen findet man Spielecken und im Schwimmbad gibt es Laufställe, Kinderbadewannen, Schwimmflügel und massenweise Spielzeug. Kinder werden in Dänemark nicht „mitgebracht“, sie sind selbstverständlich. Und genau deswegen gibt es in dänischen Schwimmbädern keine separaten Kinderareale, sondern abgetrennte Erwachsenenbereiche. Und in die darf man erst, wenn man 16 Jahre alt ist.

2. Dänen lernen hyggelig

Sehr hyggelig darf und soll es sowohl im Privatleben als auch in der Schule sein. Gemütlichkeit und Wohlbefinden haben in der Schulbildung einen hohen Stellenwert. Es wird eine komplette Schulwoche (!) dafür verwendet, ein Projektthema zu bearbeiten, wobei der Spaßfaktor und das soziale Erleben absoluten Vorrang vor kognitiven Lernzielen haben. Alle Schulen (Klasse 0 bis 9) veranstalten unmittelbar vor der (schulfreien) Karwoche die sogenannte emneuge (Themenwoche), welche normalerweise mit Schulfest und Spaßfreitag endet. Tanz, Yoga, Selbstverteidigung, Theatervorführungen – für jede Altersstufe wird ein spannendes Programm angeboten. Unsere Kinder gehen mit ihrer Klasse nur um der Freude willen ins Kino. Sportfeste, 👉 Fællesspisning, Spieletage, Schulfeste, Juleklip ( 👉 hier die Erklärung) und vieles mehr bringen Farbe in den Schulalltag. Und jede Menge 👉 æbleskiver für alle.

Juleklip in dänischer Schule
Juleklip – basteln, dekorieren, æbleskiver essen.

3. Dänen arbeiten hyggelig

Die meisten Dänen beginnen ihre Arbeit zeitig am Morgen, um dann pünktlich um 15 Uhr Feierabend machen zu können. Die 37 Stunden Woche ist üblich. Um 14:45 Uhr erhöhen sich wie von Geisterhand (*schmunzel*) die Benzinpreise, denn Pendeln ist besonders hier im dünn besiedelten Norden notwendig.

Es ist absolut normal, die Arbeit umgehend zu beenden, wenn Kindergarten oder Schule anrufen und um Abholung bitten. Wenn das Kind erkrankt ist, so meldet man sich „barnsyg“ (kindkrank). Hierfür wird keine ärztliche Krankschreibung, die die Pflegebedürftigkeit des Nachwuchses bescheinigt, benötigt. Ein Tag ist immer erlaubt und manche Arbeitgeber erlauben sogar zwei Tage pro Kind pro Krankheit. Ob es ein Limit gibt, weiß ich nicht, aber einer Bekannten wurde aufgrund zu häufiger Krankheitstage gekündigt. Man bekommt ohne Diskussion frei, wenn man mit den Kleinen zum Arzt muss. Wer seine Arbeit aufgrund eines Arzttermins vorzeitig beenden muss, dem wird oft der komplette Tag als abgeleisteter Arbeitstag angerechnet.

Kindergarten und Krippe haben jeweils von 6:30 bis 17 geöffnet, die Schule bietet SFO (skolefritidsordning) von 7 bis 17 Uhr an. Bring- und Abholzeiten sind absolut flexibel und werden in den Ferien fortgesetzt. Wir können demnach unsere Kinder holen und bringen, wie wir es gerade brauchen und das darf täglich anders sein. Aufgrund Zeitdruck schwitzend in die Arbeit rasen muss man hier eher selten.

Kaffeeküche in dänischer Arbeit
Typisch dänische Kaffeeküche in Alexanders Arbeit

In der Arbeit wird dann erst einmal Kaffee genossen. Reichlich, dafür meist schwarz und viel zu stark. Täglich frisch gefüllte Obstkörbe sind üblich und es gibt immer einen Grund, Kuchen mit den Kollegen zu essen. Und wenn es keinen Geburtstag, kein Dienstjubiläum oder ähnliches zu zelebrieren gibt, dann werden die eben neu gekauften Winterreifen als Anlass zu firmeninternen Kuchenfesten genommen.

Als Arbeitnehmer wird man anders betrachtet als in Deutschland. In Deutschland zählt nur deine Arbeitskraft. Hier vertritt man die Auffassung, einen kompletten Menschen im Team zu haben, für den man auch Verantwortung zu übernehmen hat. Daher bekam Alexander selbstredend kurzfristig Urlaub, um den Umzug des Rubjerg Knude Fyr für unseren Blog zu dokumentieren. Am Tag danach wurde er mit „Hej Fernsehstar!“ begrüßt und die Aufzeichnung des ausgestrahlten Fernsehinterviews erneut angesehen.

4. Dänen sind unflexibel flexibel

Was sich unter dem obigen Punkt sehr angenehm liest, ist nur die eine Seite des dänischen Arbeitslebens. Denn natürlich gibt es auch andere. Was uns Deutsche gerade hier oben im Norden von Dänemark schon mehrmals unangenehm war, ist die Unflexibilität der Dänen.

Sie selbst bezeichnen das als firekantet (vierkantig). Sie haben ihre eigenen Abläufe und Vorgänge und das war schon immer so und wieso soll etwas anders als genau eben so gemacht werden …

Teamarbeit ist normal in Dänemark.

Tagesordnungen werden minutengenau eingehalten und idealerweise muss alles und jedes ausdiskutiert werden, bis auch der letzte Teilnehmer im Team seine Einstimmung gibt. Natürlich beendet ein Chef unnötig lange Diskussionen, aber unsere Erfahrungen sind, dass möglichst alles im Team beschlossen und umgesetzt wird. Es dauert daher oft deutlich länger als in Deutschland, bis man dann endlich loslegt. Veränderungen im Prozess wollen dabei weitgehend vermieden werden und so manche Probleme lösen sich durch das typisch dänische „Rolig rolig!“ (Ruhig, ruhig).

Lustigerweise gehen die Dänen bei ihren Arbeitsvorgängen aber gerne mit einem „Det finder vi ud undervejs“ („Das finden wir unterwegs heraus“) vor. Will heißen, dass sie bei Weitem nicht so exakt planen wie wir das von Deutschland kennen. Firmenberater klären dänische Betriebe darüber auf, dass in Deutschland korrekt geplant und strukturiert wird.

Ein Paradoxon, das ich als unflexible Flexibiliät bezeichne.

Allerdings ein Wahnsinn, wenn man mit diesem Phänomen während eines langatmigen Verwaltungsdramas konfrontiert wird.

5. Dänen sind fleißige Lieschen

Ich erwähnte es bereits hier im Blog: In Dänemark arbeitet man gerne und an sieben Tagen in der Woche. An Sonn- und Feiertagen wuselt es im Baumarkt oder auf dem Genbrugsplads und der Buchtitel „Einer mäht immer den Rasen“ (*affiliate Link, mehr dazu im Impressum) hat seine Berechtigung. Irgendwer arbeitet nämlich immer. Jeden Sonntag um 11 Uhr fährt der Rasenmähermann durch die öffentlichen Wege unserer Wohnsiedlung.

Der Nachbar gegenüber mäht hingegen mit Vorliebe gegen 20 Uhr und noch später.

Rasenmähen in Dänemark

Etwas grob fand ich aber, sogar am Ostersonntag um 11 Uhr Vormittag das vertraute Brummen vernehmen zu müssen. Offenbar gefiel das nicht nur mir nicht, denn bereits nach wenigen Minuten verstummte der Rasenmäher wieder und feiertägliche Ruhe legte sich wohlwollend über die ewig rauchenden Grills.

Gegrillt wird nämlich auch zu jeder sich bietenden Möglichkeit. Am liebsten mit denen, die bei der Arbeit am eigenen Haus helfen. Man muss wissen, dass hier ein sehr verzweigtes, aber wohl funktionierendes Netzwerk vorhanden ist. Jeder kennt einen, der einen kennt. Man hilft sich gegenseitig, man besorgt sich Sachen bei anderen, alles wird irgendwie weitergenutzt. Unsere Küche stand schon in drei Häusern (sic!) in unserer Straße und unsere alten Türklinken haben wir an jemanden weitergegeben, der sie gerade brauchen konnte. Die roten Bauhelme für den Leuchtturmumzug haben wir uns über eine Freundin besorgt, die einen Stiefvater hat, der den von der Baustelle kennt, der immer die nicht abgeholten Helme aus dem Container entsorgen muss. Gebracht hat sie uns dann der Nachbar, der im Übrigen leider keine Sicherheitsschuhe in meiner Größe auftreiben konnte. Alles klar?

Wenn wir in unserem Haus eine Reparatur machen müssen, fragen wir immer bei den Nachbarn nach. Wo liegen die Leitungen, wann ist das gemacht worden und wer weiß, wie und womit? Denn wenn die Nachbarn nicht mindestens mitgeholfen haben, so haben sie als Bauabnahme zumindest alles genau beobachtet. 😉

6. Dänen sind sehr pünktlich

Du hast eine Verabredung mit einem Dänen? Sei bloß pünktlich!

Beim Arzt sind üblicherweise 15 Minuten vorgesehen, lange Wartezeiten hat man in der Regel selten. Doch kommst du nur ein bisschen zu spät, kann es tatsächlich sein, dass bereits der Nächste dran ist und du nach Hause geschickt wirst.

Pünktlichkeit ist ein Muss.

Wenn auf den Einladungen zum Kindergeburtstag „von 14 bis 17 Uhr“ steht, dann klingelt die komplette Meute um 14 Uhr und um 17 Uhr ist das Haus leer. Während es als kleine Höflichkeit angesehen wird, zu Beginn eher fünf Minuten zu spät – aber bitte nur 5 Minuten, denn mehr sind dann schon wieder zu viel – zu kommen, begeht man einen Fauxpas, holt man seine Kinder erst um 17 Uhr ab. Und vermutlich werden die Kleinen nie wieder eingeladen, taucht man erst um Viertel nach fünf auf.

Im öffentlichen Leben ist ebenfalls eine gewisse Pünktlichkeit zu bemerken: Um vier Uhr ist Schluss in Dänemark.

Die übliche Sprechstunde von Ärzten ist von 8 – 16 Uhr. Nach 17 Uhr hat kein Fachgeschäft mehr geöffnet. Während man an sieben Tagen in der Woche bis spät am Abend in Supermärkten einkaufen kann, schließen die Schwimmbäder an den Wochenenden um 16 Uhr! Was macht man bloß an einem nordjütländischen Regensonntag, an dem die lieben Kleinen unausstehlich sind? Ich empfehle hiermit explizit, nach 16 Uhr Indoorspielplätze oder Freizeitparks zu besuchen. Sie schließen am Wochenende erst später und oft gibt es günstige Nachmittagstickets. Da sind die Dänen nämlich alle nach Hause gefahren und man kann auf den Trampolins quer hüpfen, wenn man möchte. Anstehen muss man auch nicht mehr.

Achterbahn mit Kindern
Meine Jungs erobern die Achterbahn – um 16 Uhr gehen viele Dänen nach Hause!

Um Vier bekommt man selbst bei total überlaufenen Arrangements wieder einen Parkplatz, wohingegen Cafébesuche um diese Zeit nicht immer einfach sein können. Als wir an einem etwas kalten Sonntagnachmittag in Blokhus einen warmen Tee trinken wollten, standen wir kurz vor 16 Uhr quasi vor verschlossenen Toren. Der Wirt lachte und erklärte uns, dass Dänen eben um diese Zeit nach Hause gehen würden. Und dienstags habe übrigens sowieso kaum ein Lokal geöffnet. Aber das ist eine andere Geschichte …

7. Dänen sind zufrieden

Insgesamt habe ich beobachtet, dass die Dänen zufrieden sind, wenn sie sich als wertvollen Teil von Familie und Gesellschaft wissen. Man definiert sich hier durch Arbeit und Familie.

Das System und deren Prozesse werden akzeptiert – selbst wenn sie total doof sind. Sådan er det i Danmark – so ist das eben in Dänemark. So war es immer und so ist es auch in Ordnung. Diese innere Haltung es, die die Dänen glücklich macht. Glück muss man bekanntlich nur zulassen und akzeptieren.

Man ist viel mehr bereit, das Einfache zu genießen und es als großartig zu betrachten. Schon oft habe ich beobachtet, dass ein Sonnenuntergang gefeiert wird: mit einem Picknick, mit einem Glas Wein oder eben mit Trompetenspiel in Hirtshals.

Weinglas bei Sonnenuntergang am Meer
Sonnenuntergang am Meer – ein Fest!

Es ist normal, bei Ausflügen Pausenbrote dabei zu haben. Genau deswegen gibt es auch überall Picknicktische und/oder Grillplätze. Im Zoo von Aalborg oder im Fårup Sommerland kann man Grillstationen mit Markengrills benutzen. Es müssen nicht immer Restaurant oder Imbissbude sein, die einen Ausflug toll machen.

Mit dem gepackten Rucksack durch die Natur zu wandern ist für viele Genuss genug. Und das gilt für den Firmeninhaber genau so wie für den kleinen Angestellten. Vielleicht packen sie an einem Tisch sogar gemeinsam ihre Butterbrote aus.

8. Dänen lassen sich Zeit

In Dänemark ist jeder gleich, keiner ist besser. Das nimmt tatsächlich Druck aus dem Leben und verringert auch das äußere Tempo. Alles geschieht eher stille og rolig. Das heißt natürlich nicht, dass die Dänen ausschließlich leise sind. Doch im Vergleich zu Deutschland ist das Leben auffallend langsamer.

Als Beispiel verweise ich auf das Autofahren. Es reicht, auf der Autobahn mit 130 km/h unterwegs zu sein und es reicht auch, im gewöhnlichen Kleinwagen von A nach B zu kommen.

dänisches Auto
Autofahren in Dänemark ist entspannend

Luxusmarken sind selten, riesige SUV ebenfalls und es ist in Ordnung, jemanden in die Autobahn einfädeln zu lassen. Die Tatsache, dass dieses Verhalten auf Landstraßen eher nicht vorhanden ist, regt mich unglaublich auf. Wenn man auf die wahnwitzige Idee kommt, links in eine viel befahrene Straße einbiegen zu wollen, dann wartet man bis zum berühmten Sanktnimmerleinstag! Jemanden vorzulassen oder hineinzuwinken? Das kennt und tut man hier nicht. Man wartet, bis man an der Reihe ist – aktiv wie passiv. Sådan er det! An einer roten Ampel vorzeitig abzubremsen, um einen in der Seitenstraße wartenden Autofahrer in die Schlange zu lassen, scheint gar unfassbar zu sein! Ich habe schon mehrfach kopfschüttelnd wieder Gas gegeben, weil ich lediglich verwundertes Glotzen und standhaftes Stehenbleiben auf mein freundliches Winken hin zurück bekommen habe.

Natürlich gibt es Ausnahmen und natürlich gibt es Drängler, Huper und Vollhorste auf dänischen Straßen, aber im Normalfall ist es so, wie ich es oben beschrieben habe. Denn

9. Dänen sind höflich – Tak!

Tak for sidst!“ (nicht wirklich ins Deutsche übertragbar, ggf. „Danke für das letzte Mal“), brüllte unser Nachbar vor Kurzem durch die Hecke hindurch, um uns zu begrüßen. Wenn man gemeinsam eine soziale Veranstaltung, privat wie beruflich, besucht hat, beginnt man die nächstfolgende Begrüßung mit einem Dank für das letzte Beisammensein. Sinngemäß ist diese Redewendung eher ein Ausdruck dafür, dass es schön war, miteinander Zeit verbracht zu haben und existiert so nicht im Deutschen.

Die übliche Verabschiedungen in Arbeit,Schule und Kindergarten sind „Tak for i dag!“ (Danke für den Tag) bzw. „Tak for i aften!“ (Danke für den Abend) nach Party oder Abendkursen. Ein gutes Gespräch in Schule/Kommune oder beim Arzt endet mit „Tak for nu!„.

Nach dem Essen stehen bereits winzige Kleinstkinder in der vuggestue (Krippe) vom Tisch auf und plappern ein „Tak for mad!„, was auch wirklich „Danke für das Essen“ bedeutet. Es gehört hier unbedingt zum guten Ton, sich für ein Essen zu bedanken.

Die Frage nach „Magst du einen Kaffee?“ beantwortet man nicht nur mit einem simplen „Ja“ oder „Nej“. Eine Freundin erklärte mir, das sei unhöflich und üblicher sei ein „Ja, tak!“ oder „Nej, tak!“ . Man bedankt sich prinzipiell für erhaltene Aufmerksamkeiten, aber ein „Tak for kaffe!“ würde ich nicht unbedingt wortwörtlich nehmen, wird es nämlich auch mit anderer Bedeutung gebraucht: „Prost Mahlzeit!“ bzw. Bairisch „Ja da wennst mir ned gehst!“

Hier findest du den zweiten Teil der Serie 👉 „Tyisch dänisch – 2“.

Der vorliegende Artikel ist eine Aktualisierung eines Beitrags vom 20. April 2017.

[* vgl. Die Zeit, No 15 vom 6. April 2017 ]

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54 Kommentare

  • Antworten
    etoilefilante22
    12. November 2019 at 10:23

    Vieles steht diametral zur lebensweise der franzosen *lach* Hier herrscht das prinzip des „kollektiven egoismus“! So im stil, wenn jeder für sich selber schaut, kommt keiner zu kurz! Der begriff „nach mir die sintflut“ (après moi le déluge) stammt schliesslich von franzosen.

    …. dennoch mag ich sie und kann mir nicht mehr vorstellen, woanders zu leben!

    Bisous vom meer

    • Antworten
      Meermond
      12. November 2019 at 10:58

      Haha, das wusste ich gar nicht, dass die Franzosen eher Egomanen sind! Lustig, was man beim Bloggen so alles erfahren kann! Natürlich mag ich die Dänen auch, sonst würde ich es vielleicht gar nicht hier aushalten? Integration ist meiner Meinung nach dann abgeschlossen, wenn man sich nicht mehr vorstellen kann, woanders zu leben, nicht wahr?
      Ich grüße herzlich zurück <3

  • Antworten
    Gabi oettigmann
    12. November 2019 at 8:56

    Ohne Weißglut wäre es aber doch auch langweilig, oder?

    • Antworten
      Meermond
      12. November 2019 at 10:54

      Ja, das wäre es vermutlich. Aber ein bissel Langeweile in meinem Leben wäre auch mal schön 😉

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    11. November 2019 at 23:39

    Inzwischen hat man ja die vier Jahre Geld aus der Arbeitslosenkasse auf zwei Jahre verkürzt. Danach gibt es „Dagpenge“, was wohl mit Sozialhilfe gleichzusetzen ist. Das war ein ziemlicher Einschnitt in die dänische Grosszügigkeit den Arbeitslosen gegenüber.

    • Antworten
      Meermond
      12. November 2019 at 8:23

      Ja, das ist ein harter Schritt. Aber ich glaube nicht, dass es in Europa noch Staaten gibt, die derart lange unterstützen. Das Modell in Deutschland mit ALG 2 und Hartz 4 ist auch nicht gerade prickelnd…
      Frag mich jetzt bloß nicht, was ALG 1 ist. 😂😂😂

  • Antworten
    ErzieherIn
    11. November 2019 at 21:59

    😄einfach klasse…die Dänen werden mir immer sympatischer…

    • Antworten
      Meermond
      12. November 2019 at 8:25

      Meinen bayerischen Sturschädel können die sympathischen Dänen aber schon mal zur Weißglut bringen 😂
      Liebe Grüße

  • Antworten
    Lecker – Neckisches zu Ostern | Meermond
    8. März 2018 at 23:13

    […] und Bräuche in Dänemark erfahren? Hier hinterfrage ich das „Typisch Dänisch“ in Teil 1, Teil 2 und Teil 3. Über eine Weiterempfehlung oder ein Like […]

  • Antworten
    Dänische Kultur: Was ist eigentlich „typisch dänisch“? [2] | Meermond
    27. April 2017 at 17:36

    […] ich im ersten Teil (*hier klicken*) auf Familie, Arbeit und Autofahren eingegangen bin, möchte ich heute gerne ein wenig über […]

  • Antworten
    Dänische Kultur: Was ist denn eigentlich „typisch dänisch“? [1] – birgitdiestarkeblog
    24. April 2017 at 22:36

    […] Meermond / vor 4 Tagen 20. April 2017 […]

  • Antworten
    Home is where the boys are
    21. April 2017 at 21:30

    Das klingt alles sehr bemerkenswert. Besonders schön finde ich deine Worte: „hygge mit der Familie gilt als anerkannte Freizeitbeschäftigung“. Wahrscheinlich wird bei euch einiges mehr in das Wohlbefinden innerhalb der Familie investiert oder in Dänemark wird es bewusster gelebt. Vielleicht ist auch jene Dankbarkeit ein Grund, die einem deutlich macht, was wirklich wichtig ist.

    • Antworten
      Meermond
      21. April 2017 at 23:07

      Danke
      Ich glaube auch, dass das simple Zufriedensein mit dem, was wirklich wichtig ist, die Dänen ausmacht.
      Aber einfach ist es nicht, inmitten von ihnen zu leben. Bald davon mehr 😉
      Liebe Grüße

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    21. April 2017 at 20:57

    Im letzten Jahr wurde die Arbetslosengeldperiode von 4 auf 2 Jahre herabgesetzt. Wenn man arbeitslos ist, muss man eine bestimmte Anzahl Beyer ungen verschicken egal wie unsinnig, auch unaufgeforderte. Die Firmen sind sauer darueber. Alles muss auf der Amtwebseite dokumentiert werden. Bewerbungen mit Einheitstext werden vom Amt beanstandet. Periodisch wird man dann von einem klugen Menschen angerufen, der gute Ratschlaege gibt. Wenn man nicht demuetig genug ist, wird man runtergemacht und mit Streichung der Bezuege bedroht. Klingt das irgendwie bekannt? 🙂 gleichzeitig bekommt man 0 Jobs vom Amt angewiesen …

    • Antworten
      Meermond
      21. April 2017 at 21:02

      Ich wollte einen Sachbearbeiter, der mir hilft, einen Job zu finden. Man lachte und zeigte mir das Jobportal. Als ich zweimal vergessen hatte, die Stellenangebote durchzulesen, wurde ich rausgeschmissen aus dem Portal.
      Mein Dänisch war damals schlecht und ich hätte wahrlich Hilfe gebrauchen können 👿

  • Antworten
    Mallybeau Mauswohn
    21. April 2017 at 11:09

    Lieber Meermond!
    Toll! Man könnte gerade meinen, im Norden leben ausgewanderte Schwaben. Zumindest wenn es um den Fleiß geht 🙂
    Und dass Familie und Höflichkeit groß geschrieben werden, finde ich ebenso klasse. Gepaart mit der nötigen Ruhe, einfach wunderbar. Vielleicht machts die endlose Weite, die ja doch reichlich bei Ihnen zu finden ist, dass bei Ihnen alles in allem solch ein herrliches Lebensklima herrscht.
    Herzliche Grüße aus dem hügeligen Süden
    Mallybeau … und jetzt wird wiedr was gschafft, gell 🙂

    • Antworten
      Meermond
      21. April 2017 at 20:53

      Ja, fleißig schaffe waremer alle. Und nu simma im Eimer.
      Draußen stürmt es wie blöd und die Sonne leuchtet verräterisch golden zum Fenster rein. Da bleibt man lieber daheim und drum isses draußen leer und ruhig.
      Ich merk, ich bin genervt….
      Schönen Abend wünsche ich

      • Antworten
        Mallybeau Mauswohn
        21. April 2017 at 20:54

        Genervt? Oh, da lass ich Sie lieber in Ruhe den Abend ausklingen … gemeinsam mit der verräterisch goldenen Sonne 🙂

        • Antworten
          Meermond
          21. April 2017 at 20:55

          Sie nerven doch ned ;-), der depperte Orkan da draußen! Sacklzement, unser Holzhaus wackelt!

          • Mallybeau Mauswohn
            21. April 2017 at 20:57

            Oh, i dacht, Sie wohnen in so nem schönen Klinkerhäuserl? Stimmt, Orkane können verdammt laut sein …

          • Meermond
            21. April 2017 at 20:59

            Unten Klinker, oben Holz. Die Dänen sind gewitzte Handwerker 😮

          • Mallybeau Mauswohn
            21. April 2017 at 21:00

            Ah, verstehe. Der Witz wird besonders witzig, wenn dann der Orkan das Holz mitnimmt und nur noch der Klinker dasteht … 🙂

          • Meermond
            21. April 2017 at 21:03

            Hehe, Kopfkino!!!!

      • Antworten
        Meermond
        21. April 2017 at 20:54

        Nowas: Schwaben hier oben wäre lustig. Fände ich witzig!

  • Antworten
    wortgeflumselkritzelkram
    21. April 2017 at 7:26

    Wenn ich wieder zu hause bin, werde ich deinen Beitrag mit meinem verlinken (der morgen glaube ich erscheint), wenn ich darf.. Ich schreibe über das Buch „Glücklich wie ein Däne“ ….

    • Antworten
      Meermond
      21. April 2017 at 7:39

      Aber gerne, ich freue mich.
      Und bin gespannt, was du über das Buch schreiben wirst.
      Kennst du zufällig auch „Dänen lügen nicht“?
      Herzliche Grüße aus Nordjütland

  • Antworten
    dergsm
    20. April 2017 at 22:57

    Sehr treffend beschrieben! Bliebe noch zu sagen, dass zwar die Sprechstunde der Ärzte bis 16:00h geht, man aber telefonisch schon ab 15:00h auf den Anrufbeantworter trifft, der einen höflich darauf hinweist, dass man ausserhalb der Sprechzeiten anrufen würde, und nur in dringenden Fällen eine andere Nummer wählen dürfe. Nach 16:00h ist sowieso die Lægevagt, der ärztliche Bereitschaftsdienst, dran. Der Arzt hat Feierabend!

    • Antworten
      Meermond
      20. April 2017 at 23:05

      Der Kinderarzt in Flensburg meinte grinsend: „Arzt sein in Dänemark ist famos, Patient sein eher nicht.“
      Hmmmm….

  • Antworten
    alltagschrott.ch
    20. April 2017 at 22:47

    Oh, das sind interessante Gepflogenheiten, die Du uns berichtest… was mich am meisten erstaunt hat: dass die Benzinpreise variieren je nach Tageszeit, dass die Dänen vor 15:00 mit der Arbeit fertig sind, dass man Jokertage an der Arbeit bekommt.
    Herzlich. Priska

    • Antworten
      Meermond
      20. April 2017 at 22:51

      Hihi, an deutschen Zapfsäulen kann man auch sehr gut ablesen, ob Feierabend oder Ferienbeginn ist. Ist das in der Schweiz nicht so?
      Das mit den „Jokertagen“ finde ich schlichtweg saustark! 🐖
      Liebe Grüße

  • Antworten
    Sternchen
    20. April 2017 at 22:02

    Das klingt wirklich beneidenswert toll….auch müssen die Sozialleistungen bei Arbeitslosigkeit extrem gut sein, oder?LG

    • Antworten
      Meermond
      20. April 2017 at 22:06

      Eigentlich nicht 😉
      Es gibt zwar öffentliche Arbeitslosenversicherung, doch ohne eine eigene Versicherung bei einer „A-Kasse“ guckt man eher traurig aus der Wäsche. Die A-Kasse ist sowas wie eine Gewerkschaft, die im Falle von Arbeitslosigkeit und langfristiger Krankheit finanzielle Unterstützung leistet. Allerdings muss man erst ein Jahr eingezahlt haben, um Leistungen zu erhalten…
      LG zurück

      • Antworten
        Stella, oh, Stella
        20. April 2017 at 22:37

        Nur eine klitzekleine Bemerkung: Wenn man in Dänemark arbeitet, wird man normalerweise Mitglied in einer A-Kasse, damit man Recht auf Unterstützung (dagpenge) hat, wenn man seinen Job verliert, und die gleichzeitig an eine Gewerkschaft gebunden ist. Man braucht aber nicht Mitglied der Gewerkschaft zu werden und Beitrag zu zahlen, man kann wählen, nur in die A-Kasse (Arbejdsløshedskasse) einzuzahlen. Aber die meisten Dänen sind Mitglieder in einer Gewerkschaft, die ihrer Berufsgruppe entspricht. Es ist hier merkwürdig, kein Mitglied zu sein.
        Das finde ich im Vergleich zu Deutschland bemerkenswert, denn ich habe es öfter erlebt, dass ich in Deutschland bei Einstellungsgesprächen gefragt wurde, ob ich Mitglied einer Gewerkschaft sei. Da waren die Arbeitgeber nicht sehr erbaut von.

        • Antworten
          Meermond
          20. April 2017 at 22:48

          Stimmt, auf die Gewerkschaften sind sie sogar sehr stolz drauf!
          Danke für deine Ergänzungen!

          • Stella, oh, Stella
            20. April 2017 at 23:44

            Ja, nicht wahr? Diese Gewerkschaftssolidarität in einem erzkapitalistischen Land ist schon speziell!

      • Antworten
        Sternchen
        21. April 2017 at 19:13

        Vor vielen Jahren habe ich im TV einen Bericht gesehen, der beschrieb, dass der daenische Staat sehr grosszuegig mit Arbeitslosen umgeht und ihnen viel Zeit gibt, etwas Neues Passendes gefunden hat….aber das ist ewig her, deshalb meine Frage 😃

        • Antworten
          Meermond
          21. April 2017 at 20:35

          Da wir bisher noch keine öffentlichen Mittel in Anspruch nehmen mussten, kenne ich mich mit Details nicht aus. Ich werde aber Stella fragen, die schon sehr lange in Dänemark lebt und sicherlich mehr zu berichten weiß.
          LG

          • Sternchen
            21. April 2017 at 20:45

            Ist wirklich nicht so wichtig 💐LG

          • Meermond
            21. April 2017 at 20:50

            💞

          • Sternchen
            21. April 2017 at 20:58

            🌼💫🌼💜

          • Meermond
            21. April 2017 at 21:02

            Antwort von Stella ist da. In den Kommentaren 😘

          • Sternchen
            21. April 2017 at 21:54

            Habs gerade gelesen…. tolles Land…Ich mag die allgemeine Einstellung. Toll, dass ich immer mehr durch euch erfahre👍

          • Meermond
            21. April 2017 at 23:07

            Bittesehr 😘

          • Sternchen
            22. April 2017 at 9:09

            Danke dir 😍👍😍