Meermond
Film

Zur Premiere von Hvide Sande

Gerade endete die erste Folge einer neuen Krimiserie bei TV 2. Der Titel „Hvide Sande“ ließ schon länger bei vielen Freunden des kleinen Ortes an der Westküste Dänemarks die Herzen höher schlagen. Ich habe mir die Pilotfolge soeben angesehen und erzähle euch, wie die Premiere war.

Die Krimiserie spielt in Hvide Sande, wo letztes Jahr von Ende Juni bis 20. August gedreht wurde. Zu dumm, dass zwar eine sommerliche Geschichte erzählt wird, der Juli 2020 aber der kälteste und ungemütlichste seit 22 Jahren war. Den beiden Hauptdarstellern merkt man aber nicht an, dass die Drehbedingungen eine Herausforderung waren.

Schauplatz eines Verbrechens – Hvide Sande

Die Handlung

Die Undercoveragentin Helene und der Kriminalpolizist Thomas ermitteln im Mordfall des jungen Deutschen Sebastian. Der Mord liegt zu Beginn der Handlung bereits ein Jahr zurück und erfordert die internationale Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Dänemark. Thomas lebt in Hamburg und hat dänische Wurzeln. Nach dem Tod seiner Frau scheint er der perfekte Mann zu sein, um während der Ermittlungen den Ehepartner von Helene mimen. Helene ist eine erfahrene und professionelle Polizistin aus Dänemark, die zum Auftakt der Serie einen Verbrecher überführt.

Die beiden begeben sich nach Hvide Sande, um dort ihre Arbeiten aufzunehmen. Sofort stolpern die Polizisten von einer Schwierigkeit in die nächste. Die Pilotsendung endet damit, dass Helene mitten in der Nacht auf dem Lvngvig Fyr steht, die Tür zu den Stufen sich nicht mehr öffnen lässt und sich Schritte nähern …

Die erste Folge endet auf dem Leuchtturm.

Die Hauptdarsteller

Die beiden Hauptdarsteller gehören zu den bekannteren Gesichtern im dänischen Fernsehen. Carsten Bjørnlund kennen vielleicht viele aus der Fernsehserie Rita, in der er den Schulleiter spielt. Marie Bach Hansen beweist in vielen verschiedenen Formaten ihr Talent. So auch in Hvide Sande.

Die dänische Ermittlerin Helene ist nicht nur bildhübsch, sondern auch sehr taff. Sie rettet ihren schreckhaften Kollegen vor einer Spinne, reagiert auf einen Heiratsantrag mit einer knallharten Verhaftung und bricht schließlich die Tür zum Lyngvig Fyr auf.

Der Hamburger Thomas bezeichnet die 15 Jahre Aufenthalt in Dänemark als die schlimmste Zeit seines Lebens. Er trauert um seine Frau, die an einer Krebserkrankung gestorben ist. Er ist nett, leidet an einer Rechts-Links-Schwäche und kann mit Dänen überhaupt nichts anfangen. Die Entscheidung, ob er den Auftrag in Hvide Sande annehmen soll, überlässt er seinem Hund Molly. Als die Wahl schließlich auf Dänemark fällt, kommentiert Thomas das mit „Du hast zuviel Matador gesehen“.

Kritik

Die Krimiserie schmückt sich mit prächtigen Aufnahmen. Die Kamera schwenkt über die Landschaft beim Lyngvig Fyr und zeigt beschauliche Szenen von Hvide Sande. Wer den Ort kennt, der fühlt sich gleich zu Hause.

Was mich persönlich sehr beeindruckt, ist das schauspielerische Talent von Carsten Bjørnlund. Er wird als Deutscher eingeführt und absolviert auch ein längeres Gespräch auf Deutsch. Er mimt den Hamburger, der Dänen für beschränkt und unhöflich hält, auf überzeugende Weise.

Der Plot macht neugierig und ich möchte die Geschichte unbedingt weiterverfolgen. Sowohl die Umgebung als auch die Schauspieler laden zum Weitergucken ein.

Was mich allerdings deutlich genervt hat, waren die vielen Klischees, die zum Auftakt des Mehrteilers bedient werden. „Ich trau dem Land nicht, es ist so unterqualifiziert“, gibt die Vorgesetzte von Thomas in Hamburg von sich. Der wiederum hält seinem Hund zwei Kekse vor die Nase. Ein Keks symbolisiert Dänemark, der andere Deutschland. Der Hund soll entscheiden, ob Thomas nach Dänemark gehen soll oder eben nicht, und darum beschreibt er die beiden Länder. Dänemark stellt er als „Urlaub bei miesem Wetter“, „Dänen sind unhöflich und schubsen dich, wenn du in der Schlange stehst“ vor. Natürlich nennt er dem Hund bei Deutschland nur positive Eigenschaften. Und noch natürlicher kommentiert er die fälschliche Doppelbelegung des Ferienhauses in Hvide Sande mit „In Deutschland wäre das nicht passiert.“ Ich hoffe, dass im Verlauf der Serie andere Aspekte einer interkultureller Zusammenarbeit wichtig werden.

Ziemlich sicher bin ich mir in dem Punkt, dass das konfliktgeladene Verhältnis der Ermittler im Laufe der noch kommenden sieben Folgen deutlich besser werden wird. Ich werde berichten,

Anmerkung:

Hvide Sande wird auf TV 2 und TV 2 Play ausgestrahlt. Ob du es auch in Deutschland schon sehen kannst und wie, das weiß ich nicht. Wer allerdings mehr darüber berichten kann, den bitte ich, hier einen Kommentar zu schreiben. Danke!

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2 Kommentare

  • Antworten
    Kerstin - 66°NORDISK
    3. Mai 2021 at 22:17

    Der Newsletter glüht noch in der Leitung und schon habe ich gespannt deinen Beitrag verschlungen. Gerade da die Gegend bei vielen Touristen beliebt ist, wird die Krimiserie in Deutschland bestimmt viel Publikum erzielen.
    Ich kann es zumindest nicht abwarten (verschlinge jedoch auch diverse Skandinavien Krimis) und freue mich das du prompt einen Einblick gegeben hast.
    Tusen takk 😘

    • Antworten
      Meermond
      3. Mai 2021 at 22:23

      Haha, du bist ja schnell! Ich glaube auch, dass die Liebe zu Hvide Sande viele dazu bringen wird, einzuschalten. Ich bin sehr gespannt, wie die Handlung weitergehen wird. Allerdings erzähle ich sie nicht. Schließlich soll den deutschen Zusehern nicht die Freude daran verdorben werden! Die Serie kommt mit Sicherheit auch in Deutschland auf den Schirm, da ja die Filmförderung Schleswig-Holstein am Projekt beteiligt ist. 😉