Meermond
dänische Kultur Essen

Sommer satt: Koldskål mit Kammerjunker

Koldskål ist in Dänemark ein Sommerklassiker. Das erfrischende Gericht schmeckt den Großen wie den Kleinen, vereint es Süß und Sauer miteinander. Derzeit kann man es in unzähligen Varianten kaufen, doch selbstgemacht schmeckt es natürlich am besten. Das Problem dabei ist, dass es DAS Rezept gar nicht gibt. Jede Familie hat vermutlich ihr eigenes Geheimrezept und auch bei den gekauften Varianten schmeckt jede anders.

Sie alle haben aber gemeinsam, dass ein gesäuertes Milchprodukt als Zutat verwendet wird und dass sie traditionell mit Kammerjunkern gegessen werden. Kammerjunker sind kleine Vanillekekse, die für den gewissen Knusper in der cremigen Milchsuppe sorgen.

So schmeckt der dänische Sommer!

Ich biete euch heute zwei Rezepte für eine Koldskål an, wovon ihr eine vermutlich nur während eures Urlaubs machen könnt. Es enthält nämlich Ymer (dänisches Sauermilchprodukt) und meines Wissens gibt es kein vergleichbares Produkt in Deutschland zu kaufen. Sollte ich mich mit dieser Aussage irren, so freue ich mich über eure Nachrichten in den Kommentaren.

Koldskål mit Buttermilch

Zutaten:

  • 2 Eigelb
  • 3 EL Zucker
  • Saft und Schale einer halben Biozitrone
  • 500 ml Dickmilch
  • 500 ml Buttermilch
  • Mark einer ½ Vanillestange

Und so geht´s:

Die Eigelbe mit dem Zucker und der Vanille stark aufschlagen, bis ein luftiger Schaum entstanden ist. Dann die Zitrone, die Dickmilch und die Buttermilch zugeben und gut miteinander verrühren. Eventuell mit etwas mehr Zucker oder Zitrone abschmecken. Gut gekühlt genießen.

Kammerjunker zur Koldskål

Koldskål mit Ymer

Zutaten:

  • 2 EL Zucker
  • 3 Eigelb
  • Saft und Schale einer ½ Biozitrone
  • 1 l Buttermilch
  • 300 ml Ymer
  • Mark einer ½ Vanilleschote

Zubereitet wird diese Variante wie oben beschrieben.

Koldskål als Mahlzeit

In den Sommermonaten ersetzen viele Dänen eine Mahlzeit mit der süßsauren Suppe. Damit sie etwas mehr sättigt, werden meist Kammerjunker zugegeben. Im Supermarkt stehen daher derzeit bei der Kühltheke großzügig bestückte Extraregale mit Kammerjunkern in allen Größen und verschiedenem Topping zum Einstreuen. Sehr interessant finde ich den Geschmack von Koldskål mit knusprigem Müslicrunch und Beeren aus dem Garten. Es lohnt sich also, sich im Urlaub durch das köstliche Angebot zu schlemmen.

Koldskål schmeckt auch mit fruchtiger Einlage.

Auch bei der Einlage gilt, dass Selbstgemachtes einfach viel besser schmeckt. Gekaufte Kammerjunker sind extrem süß und versüßen mir persönlich die Koldskål zu stark. Ich mag es gerne knusprig und erfrischend und darum verrate ich dir nun auch noch ein Rezept für Kammerjunker.

Rezept für Kammerjunker

Zutaten:

  • 125 g Mehl
  • 1 TL Backpulver
  • 50 g Zucker
  • 50 g Butter
  • 1 TL Vanillezucker
  • 1 Ei
  • abgeriebene Schale einer Zitrone

Und so geht´s:

Mehl, Backpulver, Vanillezucker, Zucker miteinander vermischen. Die Butter in kleine Würfelchen schneiden und zusammen mit dem Ei und der Zitronenschale zügig zu einem glatten Teig verkneten. Den Teig zu kleinen Kügelchen formen und jene auf ein mit Backpapier ausgelegtem Backblech geben. Mit dem Finger leicht auf die Kügelchen drücken und dann bei 150 Grad etwa 15 Minuten backen.

Velbekomme,

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20 Kommentare

  • Antworten
    etoilefilante22
    21. Juli 2020 at 3:20

    In meiner bretonischen nähe sind leider kene blaubeeren zu finden, im frühling könnte ich aber salicornes (meeresspargel) ernten. Jedem das seine :-))

  • Antworten
    freiedenkerin
    19. Juli 2020 at 21:48

    Da ich als Beilage für mein Frühstücksobst gerne etwas süßes Gebäck habe, werde ich die Kammerjunker ganz sicher nachbacken. Danke fürs Rezept!

  • Antworten
    etoilefilante22
    19. Juli 2020 at 1:47

    Dein ymer ist wohl ähnlich mit dem schwedischen fil. Der gedanke an fil mit blåbärsoppa lässt mich aufstöhnen. Vor ewigen zeiten konnte man bei IKEA wenigsten die gefriegetrocknete variante der blåbärsoppa kaufen. kein highlight aber immerhin …

    Ungesuppte bisous vom meer

    • Antworten
      Meermond
      20. Juli 2020 at 21:22

      Fil probiere ich im September, dann kann ich dir das genauer sagen 🤗
      Wachsen in Frankreich eigentlich Blaubeeren? Höher gelegene Gebiete oder kalkige Untergrund müsste es dort doch auch haben…?

  • Antworten
    Stella, oh, Stella
    19. Juli 2020 at 1:21

    Guten Appetit, aber da halte ich mich raus … 😉

    • Antworten
      Meermond
      20. Juli 2020 at 21:23

      Man muss ja nicht alles mögen, nicht? 😊

      • Antworten
        Stella, oh, Stella
        20. Juli 2020 at 21:58

        Das ist eines meiner Kindheitstraumen, wie Hühnersuppe und eingekochte Kirschen und Pflaumen. Da kann ich mich heute noch schütteln, wenn ich das nur rieche … wie sagt man so schön auf Dänisch, da wurde ich „stopfodret“ mit.

        • Antworten
          Meermond
          21. Juli 2020 at 22:25

          Du Arme. Ich habe gerade so eine französische Gans vor mir … Hihi, es ist spät, ich habe dumme Phantasien. Liebe Grüße

          • Stella, oh, Stella
            21. Juli 2020 at 23:22

            … Fehlt nur noch Sago … wir hatten ja damals nicht viel Geld so kurz nach dem Krieg …

          • Meermond
            21. Juli 2020 at 23:35

            Ich werde langsam neugierig auf das Zeug. Kann man das überhaupt noch kaufen?

          • Stella, oh, Stella
            22. Juli 2020 at 0:40

            Keine Ahnung, ich will gar nix damit zu tun haben …

          • Meermond
            22. Juli 2020 at 14:04

            😂😂😂

  • Antworten
    Gabbo Pietsch
    18. Juli 2020 at 22:25

    Danke dir, so kann ich mir eines meines dänischen Lieblingsgerichte auch immer mal wieder nach Deutschland holen! Herrlich!

  • Antworten
    Linsenfutter
    18. Juli 2020 at 16:28

    Man lernt nie aus.