Meermond
Mitteljütland Reisen in Dänemark

Entlang der dänischen Traumroute – Teil 2

Hvide Sande lädt dazu ein, sich in Ruhe niederzulassen. Dem Rauschen des Meeres zu lauschen und die Zeit untätig verrinnen zu lassen. Dort angekommen ist es schwer, sich wieder aufzumachen und weiterzuziehen. Und genau jener Effekt tritt auch bei uns am anderen Morgen unseres ➡ Roadtrips entlang der Westküste ein. Die Fahrt des Vortags noch in den Knochen habend bestehen die Kinder darauf, eine Pause machen zu dürfen.

Ich raffe mich dennoch dazu auf, bereits in den frühen Morgenstunden wieder ins Auto zu steigen. Dieses Mal eben ohne meine Familie. Der Gedanke, dass es wohl nie wieder die Gelegenheit dazu geben wird, den beliebten Badeort Blåvand quasi leergefegt zu sehen, treibt mich an.

Holmsland Klit

Die Fahrt auf Holmsland Klit macht mir Spaß. Es ist erstaunlich, wie schmal die sandige Landzunge stellenweise ist! Auf der einen Seite kann ich manchmal auf den Ringkøbing Fjord sehen, auf der anderen Seite reichen die Dünen der Nordsee bis fast an die Straße.

Immer wieder halte ich an und lasse die karge Landschaft auf mich wirken. Ich bin komplett alleine, es begegnet mir kein Mensch. Es sieht fast so aus, als würden sich die Häuser hinter den bewachsenen Hügeln verkriechen. Ihre Fahnenmasten recken sich nackt in die kühle Morgenluft. Nicht einmal die vereinzelt gehissten Wimpel wehen. Totale Stille.

Route 181
Sandige Dünenlandschaft auf Holmsland Klit

Die bekannteste Kurve Dänemarks

Es fällt mir etwas schwer, die einzelnen Orte auf Holmsland Klit voneinander abzugrenzen. Die Ferienhaussiedlungen reihen sich nahtlos aneinander. Während meiner Fahrt denke ich darüber nach, wie es sich hier wohl in der Hauptsaison anfühlen mag. Schließlich kommen jedes Jahr Tausende auf den schmalen Streifen! Interessant finde ich auch die Frage, wo sie sich alle dann aufhalten. Warum nur wollen so viele hierher, wo hier so wenig Platz ist?

Als ich am Ferienhausgebiet Bjerregård vorbeigefahren bin, bemerke ich, dass die Ausläufer des Fjords in das Land hineingreifen. Die geschwungenen Ufer des Nyminde Strømmen und sanft wogende Ufergräser erschaffen eine lieblich anzusehende Naturgegend.

Nyminde Strømmen

Und dann sehe ich sie. Die berühmteste Kurve Dänemarks. Sie ist mir in den sozialen Medien schon unzählige Male begegnet.

Die Kurve, von Norden kommend

„Du musst sie vom Süden aus in Richtung Norden fahren!“, riet mir eine nette Bekannte mehrmals vor Antritt unserer Reise. Ab dieser Kurve würde sich die Landschaft nämlich endlich in das verwandeln, was alle an Dänemark lieben.

Oh wie wundervoll! Genau an dieser Kurve beginnt mein Urlaub!

Die erfreuten Kommentare meiner virtuellen Reisekameraden veranlassen mich dazu, die Kurve mehrmals zu befahren. Von Nord nach Süd, von Süd nach Nord und dann wieder zurück.

Was ist hier nur so besonders?

Vester Havn

Etwas ernüchtert stelle ich mein Auto am Rastplatz bei Nymindegabs Vester Havn ab, hole meine Thermoskanne aus der Tasche und gehe noch einmal zu Fuß zur Kurve. Ich stelle mich mitten auf die Straße, trinke meinen Kaffee und versuche, zu verstehen. Der Himmel ist trüb, es ist kalt und mit dem grauen Asphalt vor den Augen stellt sich bei mir alles andere, aber sicherlich keine Urlaubsstimmung, ein. Ich bin ein wenig traurig über die Erkenntnis, dass mir Dänemark offenbar sehr vertraut geworden ist. Die allgemeine Freude angesichts sich öffnender Dünenlandschaften kann ich nicht mehr so nachempfinden wie früher.

Ich widme mich dem von einem Verein gepflegten Hafenidyll.

Vester Havn bei Nymindegab

Die kleinen Fischerhütten und die dort vertäuten Boote sind ein malerisches Fotomotiv. Auf der Suche nach dem besten Standort folge ich den ausgetretenen Pfaden im Gras.

Fischerboote am Vester Havn

So langsam beginnen mir das trübe Wetter und die etwas erschreckende Leere zuzusetzen. Leere Ferienhäuser, menschenleere Straßen und Wege, geschlossene Türen – genau das und nur das würde mich in ➡ Blåvand erwarten. Wozu also den Weg noch auf mich nehmen? Ich denke darüber nach, ob ich mich lediglich bei Nymindegab genauer umsehen und dann lieber zurück zu meiner Familie fahren sollte.

Bork Havn

Das Freilichtmuseum Bork Havn zeigt das Leben und Wirken der Wikinger. Seine Besucher können dort aktiv in eine Zeit von vor 1000 Jahren eintauchen. Der gewaltige Parkplatz zeigt mir, dass das Wikingerdorf ein beliebtes Ausflugsziel ist. Trotzig drehe ich wilde Kreise auf dem komplett leeren Platz und stelle mein Auto quer ab. Obwohl ich weiß, dass aufgrund der Maßnahmen in der Coronazeit alle Museen geschlossen haben müssen, bin ich zornig. Das zu sehen würde meinen Kleinen viel Freude machen.

Ich klettere auf einen Hügel voller Brennnesseln und schaue neugierig in das Dorf.

Freilichtmuseum Bork Havn

Es muss ein tolles Erlebnis sein, wenn dort die Darsteller bauen, arbeiten oder Fragen zu den Wikingern beantworten. Bork Havn werden wir also noch einmal aufsuchen müssen.

Nymindegab

Ich erkunde den kleinen Ort Nymindegab und sammle viele Bilder. Es fühlt sich beklemmend an, komplett alleine zu sein, und ich unterhalte mich schließlich mit dem Skelett des Pottwals. Über die an diesem Tag einzig geöffnete Türe im Nymindegab Museum freue ich mich so sehr, dass ich ein Video für die Instagramstory drehe. Ich finde es interessant, die Beklemmung, die komplette Menschenleere auslösen kann, zu schildern.

Hütte im Nymindegabmuseum

Alexander sieht mir zu und bittet mich, umzukehren. Ich beschließe also, den Rückweg anzutreten, folge dann aber dennoch einem Schleifenviereck. Ich gelange zum ehemaligen Redningshus des Ortes, das witzigerweise inmitten der Seenlandschaft des versandenden Nymindegab Strømmen liegt. Einst gab es dort wirklich eine Mündung in die Nordsee.

Redningshus Nymindegab

Mir gefällt die malerische Naturlandschaft, die zwischen den Häusern des Ortes und der Dünenkette liegt. Und das besser werdende Wetter hellt meine Stimmung deutlich auf. Die in den Dünengürteln erkennbaren, weißen Pfade locken mich. Den Strand kann ich ja noch kurz besuchen.

Boote am Nymindegab Strømmen
Ausblick auf das versandete Mündungsgebiet

Wo der Urlaub beginnt

Ich lenke mein Auto buchstäblich der Sonne entgegen, die sich immer mehr durch die Wolkendecke kämpft. Als ich den Vester Havn wieder vor mir auftauchen sehe, bleibe ich stehen.

Und dann kann ich es erkennen.

Lächelnd biege ich in Richtung Strand ab, stapfe einsame Spuren in unberührte Sandflächen und starte ein Livevideo. Wenn ich schon keinem Menschen begegnen kann, dann nehme ich wenigstens virtuell welche mit ans Meer. Dankbar nehme ich eingehende Ratschläge an, was ich auf dem Rückweg nach Hvide Sande noch unbedingt sehen sollte.

Abelines Gård

Zurück in Hvide Sande fragt mich Alexander, ob ich denn was von diesem seltsamen Ausflug mitgenommen habe. Meine Antwort überrascht ihn.

Jetzt verstehe ich.


Obwohl es in einem dritten Teil nicht mehr ausschließlich um die Westküste gehen wird, gehört unsere Heimreise dennoch zu dieser Serie dazu. Demnächst hier im Blog.

Vi snakkes ved,

Hier kommst du zu Teil 1 des Roadtrips:

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26 Kommentare

  • Antworten
    So planst du deinen Urlaub in Dänemark - Reiseziele und Regionen
    21. Oktober 2020 at 10:01

    […] mehr Badegäste. Schließlich befinden sich dort Kilometer lange, weiße Badestrände. Eine wahre Traumroute! Weitere Ausflugsziele gibt es […]

  • Antworten
    Entlang der dänischen Traumroute - Teil 3 - Meermond
    1. Juli 2020 at 20:21

    […] meinem ➡ Ausflug in die Stille habe ich den Wunsch nach etwas mehr Leben. Ich bitte meine Familie daher, vor der Heimreise noch […]

  • Antworten
    Christine
    12. Juni 2020 at 7:41

    Danke für Deinen Bericht. Ich kenne die Gegend dort sehr gut und besonders hat es mir das Museum Nymnindegab angetan, denn dort hängen die BIlder von Malern, welche von diesem besonderen Licht dort angetan waren. Man muss sich vorstellen, das es dort früher sehr einsam war, aber überwältigend hell und landschaftlich einmalig. Die Maler sind von weit her auf oft beschwerlichen Wegen dort hin gefahren um dieses Licht einzufangen.
    Ich finde es toll,das Du zu einer Zeit gefahren bist, wo es leer ist, denn nur dann kann man es sich richtig und in Ruhe anschauen. Ich bin überrascht, wie viele Leute inzwischen die berühmte Kurve „Ihr Eigen“ nennen, hat es sie doch früher gar nicht interessiert. Ich muss auch ehrlich sagen, das es mich nicht nur ein klein wenig sondern sehr nervt, das nun Massen von Menschen von der Gegend dort schwärmen und jeder meint, er hat nun das optimale, individuelle Dänemarkfeeling. In Bork Havn kann man wunderbar frische Schollen am Kutter kaufen, das wissen nur wenige, und dann die Hausboote daneben sehen. Ob man sie auch gut findet, ist zweierlei. Das Wikingerdorf ist wirklich toll, vor allem die Führungen sind individuell und spaßig, ohne das sie einfach so runtergespult werden. Ich habe damals im Museumsshop Met für meinen Sohn gekauft und als ich im Jahr darauf wieder da war, hat mich der Däne sogar wiedererkannt und gefragt, wie der Met meinem Sohn geschmeckt hat.Das liebe ich so, diesen persönlichen Kontakt. Ich fühle ich mich in diesem Land immer so selbstverständlich, als sei es völlig richtig, das ich dort bin.Das hat sicher auch mit „frühkindlicher Prägung :-)“ zu tun aber auch mit der oft humorvollen Art der Dänen, auch mit den ganzen Touristenströmen umzugehen. Die Gegend ist schön, – ohne Frage – mit Ihrem eigenen rauen Charme – aber in der Hauptsaison inzwischen unerträglich und nicht zu empfehlen.

    • Antworten
      Meermond
      15. Juni 2020 at 9:19

      Liebe Christine, ich danke dir sehr für deine offenen Worte.
      Kritik ist in Zeiten des weltweit stark gestiegenen Reiseverhaltens tatsächlich angebracht. Wie aber formuliert man sie öffentlich, ohne dass sich viele angegriffen fühlen oder das als Einmischung in ihre persönlichen Freiheit, zu der auch Reisen gehört, begreifen?
      Wir stehen dem Massentourismus kritisch gegenüber und betreiben seit jeher möglichst sanften Tourismus. Heute unter dem Schlagwort Slowtravel bekannt. Uns war und ist es wichtig, uns auch in unserer Mobilität so zu verhalten, dass unser ökologischer Footprint möglichst klein ist. Wir wollen auch und besonders im Urlaub Ressourcen schonen, Einheimische respektieren und nicht immer da hinreisen, wo „man unbedingt gewesen sein muss“. Influencer lassen mich kalt und wir selbst treten unsere eigenen Pfade ins Netz. Auf Instagram gebe ich bei besonderen Fundstückchen nicht mehr an, wo wir unsere Fotos gemacht haben.
      Ob wir damit Erfolg haben oder nicht, das ist uns Wurscht. Wir sind authentisch und versuchen so dazu beizutragen, den Charme des schönen Dänemarks zu erhalten.
      Ich grüße dich ganz herzlich

  • Antworten
    Angela Sengupta
    11. Juni 2020 at 17:27

    Erstmal ein großes, großes Dankeschön für all deine/eure wunderbaren Beiträge insbesondere in den letzten vier Monaten. Sie haben mich durch die Coronazeit gerettet und es mir leichter gemacht, die Enttäuschung über den abgesagten Osterurlaub in Husby Klit zu ertragen. So gab es jeden Tag ein bisschen Dänemark abends auf dem Sofa! Herrlich!!
    Eigentlich bin ich keine, die zum Kommentieren neigt, aber heute juckt es mir in den Fingern. Jetzt war ich bestimmt schon über 20 mal auf Holmsland Klit und habe die „berühmteste Kurve“ Dänemarks nie wahrgenommen. Mein Highlight war und ist die „Kuppe“, wenn man aus Nymindegab rausfährt (direkt auf Höhe des Hotels „ Nymindegab Kro“). Das ist mein Augenöffner und mein Ankommen im Urlaub. Dann geht es als erstes an den Strand, meistens ist es sehr früh am Morgen und dann das Meer, die Luft, der Sand und Freude, Freude, Freude!!!
    Und das alles vor der Kurve!
    Liebe, liebe Grüße und macht weiter so!

    • Antworten
      Meermond
      15. Juni 2020 at 9:05

      Liebe Angela,
      vielen Dank, dass du nun doch einen Kommentar hinterlassen hast! Feedback ist für uns sehr wichtig, damit wir wissen, was „ihr da draußen“ am liebsten lesen mögt.
      Es freut mich, dass dich unser Blog ein wenig trösten konnte und hoffen, dass du schon bald wieder deinen Augenöffner sehen kannst.
      Herzliche Grüße

  • Antworten
    Waltraud
    11. Juni 2020 at 15:30

    Hallo, ja Dänemark kann schon süchtig machen. Wieder mal eine tolle Reisebeschreibung die wir zum Anlass nehmen diese Route neu zu erkunden sind sind schon viel zu lange nicht mehr dort gewesen , schade das Du nicht so gutes Wetter hattest. Aber erstmal haben wir für Ende August 3 Wochen auf dem tollen Campingplatz bei Sæby gebucht, 1. Strand Reihe , und freuen uns riesig. Werden viele Eurer Tips verwenden für eine tolle Zeit. Habe zu Pfingsten den Svinkløv Badehotel Valnøddekage gemacht, super lecker Danke für die opskrift.

    • Antworten
      Meermond
      15. Juni 2020 at 9:02

      Hallo liebe Waltraud!
      Ich danke dir für dein Kompliment. Es ist sehr erfreulich, dass wir sogar für einen „alten“ Dänemarkhasen wie dich noch immer Anregungen anbieten können. Da bleibt mir nur ein ganz herzliches: GOD FERIE <3

  • Antworten
    Claus Hübner
    11. Juni 2020 at 13:55

    Auch der zweite Teil des Berichtes ist wieder herrlich, ich habe die Gegend auch aufgrund der Bilder direkt vor Augen. Für uns ist es auch jedes Mal wieder fantastisch, wenn man aus Nymindegab raus kommt und sich die Fjordzone öffnet. Ich habe schon Stunden damit verbracht, im Bereich des Vester Havens Sonnenauf- und Untergänge zu fotografieren. Und jedesmal kommt wieder dieses kribbelige Gefühl von „Wir sind da“ auf, einfach nur herrlich. Für mich einer der magischsten Orte in Dänemark. Und ich verstehe absolut was die Reisenden mit der Kurve verbindet…. Besucht die Gegend mal für ein paar Tage mit dem Fluchtmobil und den Kindern, lohnt sich total. Auch sehr beeindruckend durch traumhafte Landschaften von Nymindegab in Richtung Blavand und Henne Strand entlang und durch einen Truppenübungsplatz zu fahren, wir haben hier schon ganze Hirschrudel beobachten können. Ihr könntet glatt noch einen Bericht schreiben😊👍. Danke für die schönen Erinnerungen.

    • Antworten
      Meermond
      11. Juni 2020 at 14:21

      Danke für die Anregungen, vielleicht werden wir ja wirklich mal in den Süden fahren. Aber erstmal steht auch für uns ein Familienurlaub an. Und da wir in Dänemark wohnen und arbeiten, ist für diesen Sommer ein anderer Urlaub angedacht. Ich bin gespannt, ob dir diese Berichte dann auch gefallen werden. Ich hoffe es 😉
      Und wie ab nächster Woche in Blåvand und Umgebung aussieht, das zeigt uns allen unsere wundervolle Gastautorin Birgit. Ich freue mich schon total auf ihre Eindrücke! Ich hibble also genau wie viele andere Dänemarkfreunde auf der anderen Seite des Bildschirms mit …
      Ich grüße dich ganz herzlich

      • Antworten
        Claus Hübner
        11. Juni 2020 at 17:19

        Die Berichte werden mir auf Sicher gefallen😊👍. Ihr fahrt aber nicht in diesen Zeiten nach Schweden, oder? Aber ganz egal, ich wünsche euch einen schönen und erholsamen Urlaub. Und vergesst die Kamera(s) nicht.

        • Antworten
          Meermond
          15. Juni 2020 at 9:01

          Tatsächlich war ursprünglich eine Reise nach Schweden geplant, wir haben die Fähre auf 2021 umbuchen können.
          Wir fahren jetzt daher nach Norwegen. Da gefällt es uns auch sehr und die Fotocloud wird voller und voller …

  • Antworten
    Johan
    11. Juni 2020 at 9:02

    Vielen Dank für die eindrucksvolle Beschreibung und die wirklich tollen Bilder. Das weckt die Sehnsucht zum Reisen in mir…

    • Antworten
      Meermond
      11. Juni 2020 at 14:16

      Diesen Sommer ergeht es sehr vielen Menschen so. Eingesperrt zu sein, ist nur schwer auszuhalten, wenn man ein Europa kennt, das so wundervoll frei ist! Gute Reise 🙂

  • Antworten
    Andre
    11. Juni 2020 at 8:27

    Danke für diesen Teil – den ersten hole ich gleich nach. Es ist besonders schön auf Holmsland Klit.
    Unser erster Dänemark Urlaub hat dort stattgefunden – seitdem waren wir nur noch in Dänemark im Urlaub und haben schon viele Ecken bereist. Aber immer wieder zieht es uns dort hin. Am liebsten würden wir mal ganz dort hingehen. Mal sehen was das Leben so bereithält. Vielleicht klappt es ja.
    Über Dekorationen, großformatige Bilder und Geschirr etc. aus dem Lädchen am Lyngvig Fyr sind wir täglich verbunden. Viele, ach fast alle in unserem Umfeld können es nicht verstehen. Aber für uns ist es das viel zitierte „Herzensland“ und „zweite Heimat“ geworden. Besser dreimal im Jahr. Sonst wird die Sehnsucht zu groß.

    • Antworten
      Meermond
      11. Juni 2020 at 14:15

      Ich verstehe diese Sehnsucht ziemlich gut.
      Es freut mich, wenn du mithilfe meiner Artikel auf Gedankenreisen gehen kannst 😉
      Ganz herzliche Grüße,
      Marion

  • Antworten
    windsucher
    11. Juni 2020 at 7:34

    Guten Morgen und vielen Dank für diesen Beitrag… jeden einzelnen Meter konnte ich nachvollziehen, sehe die Heide vor meinen Augen blühen… und beim Wort Bork Haven hab ich den Geschmack von Softeis mit Erdbeerschaum auf der Zunge und die leichte Brise vom Fjord am Hafen in der Nase … leider haben wir für dieses Jahr unseren Platz storniert, zu groß ist unsere Befürchtung noch mehr Menschen als sonst schon und vor allem „Nicht-Dänemark-Menschen“ zu treffen … Das hat uns in den letzten Jahren schon einige vergeudete Lebenstagen beschert, leider… Viele Grüße an Euch

    • Antworten
      Meermond
      11. Juni 2020 at 8:14

      Guten Morgen!
      Gehe ich richtig in der Annahme, dass du diese Region als inzwischen zu überlaufen einschätzt?
      Ich kann mir das tatsächlich vorstellen.
      Könnt ihr nicht ein wenig in der Nebensaison oder im Spätsommer fahren?
      LG

      • Antworten
        windsucher
        11. Juni 2020 at 10:55

        Leider ist Nebensaison für uns keine Alternative, da eine unserer 3 Töchter noch zur Schule geht. Und ja ich halte diese Region für zu überlaufen, aber in normalen Jahren macht uns das nicht so viel aus, da wir unseren Urlaub durchaus auch ein bisschen antizyklisch verbringen können ohne dabei an Qualität einzubüßen… Leider finde ich es aber nicht nur überlaufen, sondern was uns noch viel mehr stört ist, dass es sooooo In ist in Dänemark Urlaub zu machen, das es eben auch Leute tun, die eigentlich zur Entspannung ganz andere Dinge brauchen und bis jetzt in AllInclusive-Anlagen Urlaub gemacht und genossen haben. Die dort herrschende Urlaubskultur versuchen sie nun mitzubringen und auf Dänemark anzuwenden und zerstören damit die von vielen so ersehnte Unkompliziertheit, Gelassenheit und Einfachheit des Daseins in Dänemark. Manchmal mussten wir über diese Menschen lachen, leider aber meistens ärgern wir uns über sie. Von Arroganz bis Beleidigung ist alles dabei, gerade im Umgang mit Einheimischen, wie z. B. bei dem Reiterhof Vinterlejegaard der im Hintergrund bei einem Eurer Bilder ist( hinter der großen Bake südlich von Hvide Sande), wo unsere Jüngste so viele schöne Stunden in den letzten Jahren zugebracht hat, stressfrei einfach das tun was sie liebt, aber leider sind auch dort nun die „ ich bringe das Geld, darum bestimme ich was wie zu sein hat- Touristen angekommen“. Sehr beschämend, was wir da erlebt haben letztes Jahr…
        Das ist wie gesagt das Schlimmste an dem Run auf Dänemark und das man die Gastfreundschaft der Dänen ausnutzt und eben nicht erkennt wenn voll dann voll.
        Viele Grüße

        • Antworten
          Meermond
          11. Juni 2020 at 14:12

          Ich bin der Meinung, dass es längst überholt ist, am starren System Schulferien zu klammern. Es wird Zeit, Familien genau wie in Dänemark eine Woche pro Schuljahr als frei planbar zu ermöglichen. Wir müssen zwar die versäumten Inhalte selbstständig nachholen und dürfen auch nicht ohne Genehmigung der Schulleitung dem Unterricht fernbleiben, aber wir haben stets Verständnis und gute Reisewünsche als Antwort bekommen. Die durch Ferien bedingte Hauptsaison ist ein Unding und eine Zumutung für Familien mit Kindern. Gerade Familien brauchen Ferien und können dann tief in den Geldbeutel greifen. Schließlich brauchen wir ja auch größere Unterkünfte … Ich bekomme gerade einen Hals und muss das Thema wechseln.
          Ich hoffe, dass deine doch nachdenklich Erlebnisse sich so nicht mehr wiederholen werden. Massentourismus zerstört genau das, was die Menschen einmal angezogen hat. Fakt.
          Liebe Grüße,
          Marion

          • windsucher
            11. Juni 2020 at 15:17

            Oh ja ich verstehe, was Du mit dem Hals meinst und mir geht es speziell beim Thema längst überholte Schulgewohnheiten ebenso, das kannst Du mir glauben. Wir reden von Freiheit aber wir dürfen keine Verantwortung für uns und unsere Familien übernehmen… lächerlich.
            Unsere Unterkunft haben wir immer schon mit, wir haben nämlich einen Wohnwagen, eben weil es nicht mehr bezahlbar war für 5 Personen eine vernünftige Unterkunft zu finden, wenn man mal raus wollte, leider ist aber auch Campen aktuell totaler Trend und somit werden auch da die Plätze immer voller und enger und eben auch voller Menschen, die eigentlich besser in nem Club aufgehoben wären… naja vielleicht wird’s in diesem Sommer mal noch wenigstens ein Strandtag auf Rømø, denn wir kommen aus Norddeutschland und das könnte als Tagesausflug klappen, mal sehen wie es so Aussieht wenn der Ansturm beginnt… Und irgendwann ist alles wieder gut und der große Track hat ein neues Ziel gefunden, wo man unbedingt gewesen sein muss…
            Viele Grüße,
            Alex

        • Antworten
          Christine
          12. Juni 2020 at 3:52

          Hallo ich sehe das genauso. Allerdings muss ich sagen, das ich Dänemark schon zu einer Zeit kannte, als man noch Pionier war, wenn man dort Urlaub machte. Die wirkliche Unberührtheit findet man schon lange nicht mehr. Inzwischen wird aber auch jeder Geheimtip veröffenlicht und es ist schwer, noch ein Fleckchen zu finden, wo man diese Ursprünglichkeit noch erleben kann. Und jeder meint nun, es sei nur sein Urlaubsland und er persönlich habe nun dieses Land nur für sich entdeckt. Ich kann mich an Zeiten erinnern, wo es eher weniger Deutsche im Land waren und man wirklich noch alleine dort war. Das das nicht wiederkommt muss man akzeptieren, aber das Verhalten der heutigen Dänemarkfahrer spiegelt das gesellschaftliche Verhalten wieder: Konsumieren, egoistisch, rücksichtslos und manchmal einfach nur dreist und frech.Früher hat mich dieses Verhalten auch beschämt, inzwischen bin ich nur noch froh, wenn ich solchen Leuten nicht begegnen muss und suche daher kleine Fluchten und -aufgrund meiner Kenntnis des ganzen Landes – Orte auf, die sonst kaum einer kennt.

  • Antworten
    Linsenfutter
    11. Juni 2020 at 7:31

    Klasse Beitrag. An den Bildern kann ich mich nicht „sattsehen“. Einfach nur herrlich.

    • Antworten
      Meermond
      11. Juni 2020 at 8:15

      Ich danke dir sehr. Ich hatte eigentlich ständig den Finger auf dem Auslöser. Ich war von so vielen tollen Motiven umgeben 🙂